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Italien ärgert sich «schwarz» über rassistische Angriffe auf Boateng

Milans Protagonisten: Kevin Prince Boateng und Stephan El Shaarawy.

Milans Protagonisten: Kevin Prince Boateng und Stephan El Shaarawy.

Die Reaktionen auf den Rassismus-Skandal um Milan-Star Kevin-Prince Boateng fallen heftig aus: Allenthalben schlägt dem Deutsch-Ghanaer Lob für seine entschlossene Aktion entgegen. Er hatte das Spielfeld nach rassistischen Zurufen verlassen.

«Wir alle sind Boateng. Wie sind genau wie er schwarz, schwarz im Gesicht, schwarz in der Seele, schwarz vor Ärger über die schlimme Beleidigung der Vernunft und des zivilen Verhaltens», schrieb etwa die italienische Sportzeitung «Gazzetta dello Sport.»

(Quelle: youtube/CompilationVidz)

Boateng verlässt nach rassistischen Zurufen den Platz

Vor und während des Testspiels der «Rossoneri» beim Viertligisten Pro Patria beleidigten Fans des Gastgeber Boateng und die beiden anderen Milan-Spieler M'Baye Niang und Sulley Muntari rassistisch. Der gebürtige Berliner verliess deswegen in der 26. Minute das Spielfeld, seine Mitspieler folgten ihm.

Dunkelhäutige auf Ehrentribüne

Mittlerweile hat ein erster Täter gestanden, Boateng rassistisch beleidigt zu haben. Die Polizei hat ausserdem mehrere weitere Personen vernommen, ein Staatsanwalt hat ein Verfahren eröffnet. Er sagt, der Vorwurf laute Aufhetzung zu rassistischem Hass.

Auch der Heimklub des Skandalspiels ist aktiv geworden: Pro Patria will dunkelhäutige Fans auf die Ehrentribüne einladen. Der Präsident des Klubs sagte: «Sie sind unsere willkommenen Gäste. Der Sport ist ein Fest und das soll er bleiben.» Ob diese Sonderbehandlung von Dunkelhäutigen dabei zielführend ist, darf angezweifelt werden.

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