Viel geschlafen hat Bernhard Heusler in den vergangenen Tagen wohl nicht. Der 48-jährige FCB-Präsident sieht mitgenommen aus, als er gestern Abend im «061live» auf Telebasel Auskunft zur Freistellung von Trainer Heiko Vogel gibt. Der Entscheid sei schmerzhaft gewesen, gibt Heusler zu. «Stärke gibt einem dabei nur der Glaube daran, dass er richtig ist.»

In den Stunden seit der Bekanntgabe des Entscheids hat sich Heusler einiges an Kritik anhören müssen. Heiko Vogel war beliebt in Basel, entsprechend hoch kochen die Emotionen der Fans. «Wir spüren das. Die Menschen sind in ihrem Informationsbedürfnis nicht befriedigt worden – auch jetzt nicht», sagt Heusler. Die genauen Gründe will er allerdings auch auf Telebasel nicht diskutieren: «Es gehört zu unseren Prinzipien, dass wir die Menschen schützen, die für uns arbeiten.» Die Inhalte der Gespräche mit Heiko Vogel bleiben intern.

«Wir haben Führungsdefizite festgestellt»

Trotzdem sickern schliesslich einige vage Begründungen durch. «Führungsdefizite» habe die Klubführung bei Vogel festgestellt. Und diese hätten eine Weiterentwicklung der Mannschaft verhindert. Heusler betont ausserdem: «Es ist ganz entscheidend, dass der FCB-Trainer seinen Lebensmittelpunkt in Basel hat. Ich will, dass er in der Freien Strasse in Basel einkaufen geht und den Menschen begegnet. Das ist etwas, was mir in letzter Zeit gefehlt hat.» Vogel wohnte zwar in Oberwil, reiste in seiner Freizeit aber so oft wie möglich nach Bayern zu seiner Familie. Murat Yakin hat seinen Wohnsitz momentan zwar ebenfalls nicht in Basel. Das soll sich aber demnächst ändern.

Auf das Spiel am Wochenende beim FC Luzern freut sich der FCB-Präsident nach der turbulenten Nati-Pause: «Schliesslich geht es um Fussball.» Er hofft auf ein positives Resultat bei Yakins Einstand. Mit Murat Yakin habe man jenen Mann gefunden, der sich auf der ganzen Linie mit Rotblau identifiziere und noch dazu Fachkompetenz mitbringe. «Muri gilt als akribischer Arbeiter. Er hat viel von Christian Gross' Besessenheit übernommen. Und Besessenheit erwarte ich vom Trainer», so Heusler.