FC St. Gallen
«Ich helfe nicht im Alleingang»

Edgar Oehler ist Hauptsponsor und Mäzen beim FC St. Gallen. Was schief läuft und wieso der Verein dennoch gerettet wird, erklärt er im Interview.

Michael Küng
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Herr Oehler, Dölf Früh sagte an der letzten Pressekonferenz, er erwarte jetzt «sehr viel» von Ihnen.

Edgar Oehler: Was mich doch sehr erstaunte, denn ich habe meine Forderungen schon vor vier Jahren klar gemacht.

Sie knüpfen eine weitere Unterstützung des Vereins an Bedingungen?

Edgar Oehler: Es braucht strukturelle und personelle Änderungen. Die Gruppe, wie sie heute funktioniert, steht da wie Kaskaden. Und die, die Fussball spielen, stehen zuhinterst in der Reihe. Sie kriegen das Geld, das am Schluss noch übrig bleibt. Aber hier geht es doch nicht um ein Stadion oder Events. Hier geht es um Fussball. Das ganze Konstrukt steht verkehrt; der Fussballverein muss wieder in den Mittelpunkt rücken.

Zur Person Edgar Oehler, 68 Jahre alt, ist Politiker und Unternehmer. Von 1971 bis 1995 war er im Nationalrat. 1990 bekam er den Übernahmen «Kalif von Bagdad», als er mit einer Delegation im Irak die Freilassung von 36 Geiseln erreichte. 1991 bis 2004 Präsident des Verbandes Schweizerischer Zigarettenindustrie. 2004 übernahm er von der Erbengemeinschaft die Aktienmehrheit an der Arbonia-Forster-Holding mit Sitz in Arbon und startete eine Expansionsstrategie mit zahlreichen Übernahmen. 2006 kaufte die Firma für eine Million Franken die Namensrechte am neuen Stadion des FC St. Gallen. Bis heute soll Edgar Oehler einen hohen siebenstelligen Betrag in den Verein investiert haben. 2009 holte die Krise die Arbonia-Forster-Holding ein und bescherte ihr einen millionenschweren Verlust, verursacht zum Grossteil durch einen Zukauf in Grossbritannien. Öhler musste von weltweit fast 6000 Angestellten rund 100 entlassen.

Zur Person Edgar Oehler, 68 Jahre alt, ist Politiker und Unternehmer. Von 1971 bis 1995 war er im Nationalrat. 1990 bekam er den Übernahmen «Kalif von Bagdad», als er mit einer Delegation im Irak die Freilassung von 36 Geiseln erreichte. 1991 bis 2004 Präsident des Verbandes Schweizerischer Zigarettenindustrie. 2004 übernahm er von der Erbengemeinschaft die Aktienmehrheit an der Arbonia-Forster-Holding mit Sitz in Arbon und startete eine Expansionsstrategie mit zahlreichen Übernahmen. 2006 kaufte die Firma für eine Million Franken die Namensrechte am neuen Stadion des FC St. Gallen. Bis heute soll Edgar Oehler einen hohen siebenstelligen Betrag in den Verein investiert haben. 2009 holte die Krise die Arbonia-Forster-Holding ein und bescherte ihr einen millionenschweren Verlust, verursacht zum Grossteil durch einen Zukauf in Grossbritannien. Öhler musste von weltweit fast 6000 Angestellten rund 100 entlassen.

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Wie soll das ihrer Meinung nach erreicht werden?

Edgar Oehler: Die Veränderungen sind bereits im Gange. Vermarktung, Ticketing, das alles muss wieder dem FC St. Gallen gehören. Ob dabei am Schluss eine oder zwei Gesellschaften dastehen, spielt mir keine Rolle.

Sie erwähnten personelle Veränderungen. Wer muss gehen?

Edgar Oehler: Ich nenne in dieser Situation keine Namen. Wer die kennen will, der kennt sie: Meine Forderungen lauten immer noch genau gleich wie vor vier Jahren.

Wieviel investieren Sie in den Verein?

Edgar Oehler: Das will ich nicht sagen. Das habe ich vor ein paar Jahren mal im kleinen Kreis erwähnt und die Leute damit derart erschreckt, dass ich Beträge lieber für mich behalte.

In diesem Fiasko haben auch Sie viel Geld verloren.

Edgar Oehler: Ich selber habe gar nichts verloren. Für die Investition in die Arena erhielt ich mit den Namensrechten einen konkreten Gegenwert. Und das viele Privatgeld floss immer direkt in den Fussball.

Sie sagen, nach einer Schuldentilgung würde der Laden laufen. Wieviel kostet der jährliche Unterhalt des Stadions?

Edgar Oehler: Da muss ich eine brutale Antwort geben: Ich weiss es nicht.

Wie geht es jetzt weiter?

Edgar Oehler: Jetzt läuft die Suche nach Investoren, in die bin ich involviert. Nächste Woche werden ein, zwei Gespräche stattfinden und am Freitag werden wir dann wissen, ob es geklappt hat.

Klappt es?

Edgar Oehler: Ich bin Optimist: Ja, es wird klappen.

Helfen Sie dem Verein, wenn die Suche nach Investoren erfolglos bleibt, im Alleingang?

Edgar Oehler: Nein. Auch nicht nach einem Abstieg. Denn ich bin dagegen, dass ein Fussballverein einer Einzelperson gehört. Ein Fussballverein muss von den Massen getragen werden und das sind die Zuschauer - nicht «Herr Müller» und nicht ich. Ausserdem würde das eine Doppelgleisigkeit provozieren. Wer in einem Verein Verantwortung trägt und gleichzeitig eine Firma führt, hat einen Interessenskonflikt. Deshalb habe ich im FC St. Gallen auch nie ein Mandat angenommen. Entweder die Firma, oder der Verein.