FC Basel

Hut ab vor Basels Franco Costanzo

Franco Costanzo (rechts), der Basler Schlussmann und Captain, hielt den FCB im so wichtigen Spiel. KEYSTONE

Franco Costanzo (rechts), der Basler Schlussmann und Captain, hielt den FCB im so wichtigen Spiel. KEYSTONE

Basler und Zürcher sind sich nach dem turbulenten Klassiker einig über den Mann des Spiels. Mit seinen Paraden hat FCB-Goalie Franco Costanzo zum Sieg Basels einen entscheidenden Beitrag geleistet.

Valentin Stocker und Ludovic Magnin umarmen sich. Versöhnliche Szenen spielen sich nach dem in der Schlussphase hitzigen Spitzenkampf zwischen den ewigen Rivalen, dem FC Basel und dem FC Zürich, in den Katakomben ab. Minuten zuvor gifteten sich die zwei Kontrahenten an der Mittellinie erbarmungslos an.

Stocker war Opfer eines Revanche-Fouls geworden, weil er FCZ-Verteidiger Jorge Teixeira nach dem 3:1 verhöhnt hatte. Magnin wollte ihn darauf aufmerksam machen, dass sich das nicht gehört. Stocker zeigt sich einsichtig: «Ich möchte mich offiziell entschuldigen. Das ist in der Hitze des Gefechts passiert.»

Magnin indes zeigt Grösse in der Niederlage. «Wir haben ein grosses Spiel gemacht. Aber man muss den Hut ziehen vor Franco Costanzo. Was er gehalten hat, war unglaublich», meint der ehemalige Nationalspieler. Der Spielverlauf mag umstritten gewesen sein, die Meinung über den Basler Schlussmann aber teilen alle. «Franco hat uns heute zum Sieg verholfen», meint Innenverteidiger Aleksandar Dragovic, während FCB-Trainer Thorsten Fink lakonisch sagt: «Franco ist ein guter Torwart und er macht das, was ein guter Torwart machen muss.»

Matchentscheidende Paraden

Wenig überraschend nach solchen Aussagen der Beteiligten lag denn der Schlüssel zum Erfolg für den Tabellenführer auch in der Chancenauswertung der Gäste. Dabei waren es nicht immer nur die hervorragenden Reflexe Costanzos, sondern auch die schlecht platzierten Abschlüsse der Zürcher. «Costanzo ist uns immer im Weg gestanden», wählt deshalb FCZ-Trainer Urs Fischer seine Worte bewusst. «Er war hervorragend, hatte aber auch das nötige Glück.»

Eine jener Szenen, denen Fischer nachtrauert, war in der 48. Minute der Schuss aus wenigen Metern von Alexandre Alphonse, der Costanzos Arm anschoss. Für den Abpraller war kein Zürcher zur Stelle. Es wäre das 0:2 gewesen. Oder in der 51. Minute, unmittelbar nach dem Basler Ausgleich: Alphonse köpfelte an die Latte, Dusan Djuric traf ebenfalls per Kopf genau in die ausgestreckten Arme des vermeintlich geschlagenen Costanzo. Es wäre das 1:2 gewesen.

Vorentscheidung in der Meisterschaft?

Im Vergleich dazu die Situation auf der Gegenseite zehn Minuten später: Nach einem Eckball und der Verlängerung von Marco Streller schiesst Dragovic Andrea Guatelli an, Alex Frei ist zur Stelle und staubt ab – 2:1 statt 1:2. «Zwei Dinge haben den Ausschlag gegeben: erstens die Paraden von Franco und zweitens das 1:1. Danach wussten wir, dass wir mit den Fans im Rücken gewinnen würden», analysiert Stocker.

Von einer Vorentscheidung in Sachen Meistertitel will aber noch niemand etwas wissen. «Es ist natürlich schön, wenn man im Gegensatz zum letzten Jahr auch einmal von der Leaderposition aus agieren kann», meint Stocker. Es sei schön zu wissen, dass man auch bei einer Niederlage immer noch vorn liege. Man müsse aber von Wochenende zu Wochenende schauen. Und Dragovic meint nur: «Es war ein 6-Punkte-Spiel. Aber wir müssen am Boden bleiben.» Zu seinem 20.Geburtstag waren die drei Punkte aber wohl das schönste Geschenk.

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