Presseschau
Hitzfeld kriegt Prügel für den «Pfeifen»-Spruch

Die chilenische Presse feiert ihre Mannschaft. Gar kein Verständnis haben die Sportreporter für die schweizerische Empörung über den Schiedsrichter. Mit Genugtuung stellen sie fest: Der europäische Antifussball ist bestraft worden.

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Hitzfeld erntet Hohn und Spott in «La Tercera»

Hitzfeld erntet Hohn und Spott in «La Tercera»

a-z.ch News

Christian Bütikofer

Chile ist im Freudentaumel. Das erste Mal seit langem an einer Weltmeisterschaft erreichen die «Roten» zwei Siege in Folge, der Einzug in den Achtelfinal ist zum Greifen nah. Ein Blick in die chilenische Presse zeigt: Die zweifelhafte Schiedsrichterleistung ist kaum ein Thema, wird höchstens am Rande gestreift. Und wenn doch, gibts Hohn und Spott von den Lesern. Hitzfelds Bemerkung etwa, die schlechten Schiris sollen am Sandstrand pfeifen, wird von den Chile-Fans, den «Hinchas», mit nicht druckreifen Bemerkungen im Portal von «La Tercera» kommentiert.

«Göttliche Gerechtigkeit»

Am meisten lehnt sich der Sportreporter von «La Nación» aus dem Fenster. Durch eine «göttliche Gerechtigkeit» hätten die Chilenen gewonnen. Denn es seien sich zwei Mannschaften gegenübergestanden, die für zwei gegensätzliche, unversöhnliche Prinzipien stünden: Die einen wollten etwas bewegen und Fussball als Kunst zelebrieren wie die Chilenen, die Schweizer aber würden nur spekulieren und zerstören. Das sei für die Europäer bis zu dem Zeitpunkt aufgegangen, als Torschütze Mark González dem schweizer Team die gerechte Quittung präsentierte. Über den Schiedsrichter beklagte sich «La Nación» nur wegen den gelben Karten gegen Chile. Der Platzverweis Berahmis hingegen sei gerecht gewesen.

Chiles dritte grosse Tageszeitung «El Mercurio» befand den Sieg ebenfalls für «richtig und gerecht». Die Roten seien auch bei elf gegen elf die klar bessere Mannschaft gewesen.

«Panther» verspricht Vollangriff

Im Gegensatz zu den Chilenen befand sich Honduras in tiefer Trauer. Der dritte Gegner der Schweiz verlor gegen Spanien diskussionslos. Ihr Star «König» David Suazo meinte im Interview mit «El Heraldo», seiner Elf hätte die Überzeugung gefehlt, gegen Spanien zu bestehen. Und der «Panther», wie Suazo auch genannt wird, verspricht: Gegen die Schweiz «werden wir angreifen, etwas anderes bringt uns nichts.»

Honduras-Trainer Reinaldo Rueda meinte gegenüber «El Tiempo», die Mannschaft spielte zwar besser als gegen Chile, seinen Mannen hätte aber die letzte Überzeugung zum Sieg gefehlt.

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