YB und GC hatten sich den Start in die neue Meisterschaft anders vorgestellt. Der Dritte und der Zweite der vergangenen Saison sind schon nach vier Runden von Meister Basel distanziert worden. Die Berner wie die Zürcher haben noch nicht zu einem effizienten Offensiv-Spiel gefunden.

Bei den Young Boys und den Grasshoppers sind gegenwärtig Goalie-Diskussionen im Gang. In beiden Klubs haben die nominellen Nummern 2 aufgemuckt. Yvon Mvogo und Vaso Vasic haben gezeigt, dass sie über das Potenzial verfügen, um die eigentlichen Stammtorhüter Marco Wölfli und Daniel Davari, die zuletzt wegen Verletzungen ausgefallen sind, herausfordern zu können. Mvogo und Vasic erhalten heute eine weitere Bewährungschance. Davari muss nach seiner Gesichtsverletzung noch Vorsicht walten lassen. Wölfli ist nach seinem Achillessehnen-Riss noch nicht wieder bei hundert Prozent und muss sich vorläufig mit Einsätzen in der U21 begnügen. Erstmals wieder in der 1. Mannschaft zum Zug kommen soll er am 24. August im Cup gegen Bavois.

YB-Trainer Uli Forte ist sich vor dem Duell mit seinem Ex-Arbeitgeber bewusst, dass sein Team zu Saisonbeginn unter den Erwartungen geblieben ist. Er sagt, dass sich die Mannschaft bisher für gute Leistungen zu wenig belohnt habe. Wichtig sei, dass die Spieler nun trotzdem cool bleiben würden. Auf die Frage, ob er vor dem Krisengipfel einen grossen Druck verspüre, antwortete Forte: "Klar wollen wir gewinnen und unseren Fans alles bieten. Aber Druck ist nicht das, was auf uns lastet. Druck ist, wenn du mit 3750 Franken im Monat drei Kinder durchbringen musst und beim Aufstehen am Morgen nicht weisst, wie du deine Rechnungen bezahlen sollst." Doch auch Forte dürfte klar sein, dass im Umfeld der Young Boys Unruhe und Gereiztheit aufkommen wird, wenn sich die positiven Resultate nicht bald einstellen.

Die Nervosität wird auch in Luzern steigen, wenn der FCL in diesem Stil weitermacht. Falls die Innerschweizer beim Tabellenletzten Vaduz verlieren, übernehmen sie wohl die rote Laterne - und die Kritik am Trainer dürfte lauter werden. Carlos Bernegger weiss: "Ein Sieg in Vaduz könnte Beruhigung bringen." Sportchef Alex Frei forderte vor dem Gastspiel in Liechtenstein Geduld für seine Equipe. Luzern fehlt es zurzeit in der Offensive an Durchschlagskraft. Aber auch den Vaduzern fällt im Moment das Tore schiessen schwer.

Young Boys - Grasshoppers (Resultate 2013/14: 1:2, 1:0, 0:4, 0:5). - Mittwoch, 19.45 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Bürki, Fekete, Gerndt, Vilotic, Vitkieviez, Zarate (alle verletzt oder rekonvaleszent) und Wölfli (noch nicht im Aufgebot); Ben Khalifa, Caio, Davari (alle verletzt) und Grichting (gesperrt). - Fraglich: Von Bergen (Wadenprellung), Steffen (Oberschenkelprellung); -. - Statistik: Von ihren letzten sieben Super-League-Heimspielen gegen GC konnten die Young Boys nur eines gewinnen. Für die Berner setzte es gegen diesen Gegner in diesem Frühling zwei happige Niederlagen ab (0:4 und 0:5). Die Tore der Zürcher in diesen beiden Partien erzielten Gashi (4/inzwischen bei Basel), Ngamukol (2), Caio (2) und Dabbur.

Vaduz - Luzern (-). - Mittwoch, 19.45 Uhr. - SR Bieri. - Absenzen: Baron, Pergl und Sara (alle verletzt); Bozanic, Holenstein (beide verletzt) und Lezcano (gesperrt). - Fraglich: -; Lamas (Spielberechtigung) und Wiss (Kopfverletzung). - Statistik: 2008/09 in der ersten Super-League-Saison des FC Vaduz haben die Liechtensteiner in den vier Duellen mit Luzern zweimal gewonnen und zweimal verloren.