Fussball

Heitz und der HSV − kann der FCB-Sportdirektor dem Lockruf widerstehen?

Der Hamburger SV buhlt um FCB-Sportchef Georg Heitz.

Der Hamburger SV buhlt um FCB-Sportchef Georg Heitz.

Nicht nur das Spiel in Paris auch die Nachricht, dass FCB-Sportchef Georg Heitz vom Hamburger SV umworben wird, sorgte gestern für Schlagzeilen. Verlässt Heitz die Heimat und wagt er den Schritt zum HSV?

Am Tag, als der sehr unglückliche FCB in Paris gegen den PSG 0:3 verlor, sorgte die deutsche «Sport-Bild» für einen kleinen Aufreger. Die Nachricht: Der Basler Sportdirektor Georg Heitz ist ein ernsthafter Kandidat für das Amt des Sportchefs beim Hamburger SV. Dieser sucht noch immer den Nachfolger des im Mai entlassenen Peter Knäbel. Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Bundesligist für den erfolgreichen Sportdirektor des FCB interessiert.

Was Spieler und Trainer betrifft, bedient sich die attraktive Liga längst in der Schweiz. Mit gutem Grund: Schweizer sind gut ausgebildet und leicht integrierbar. Im Moment sind es vor allem die Goalies, die im Torhüter- und Weltmeisterland für Furore sorgen.

Der erste Ausländer

Was im Zeitalter der Globalisierung aber erstaunt: Die Position des Managers (Sportdirektors, Sportchefs) wird ausschliesslich einheimischem Schaffen anvertraut. Sämtliche 18 Bundesligisten haben einen deutschen Manager. Ausländer, wie der Däne Frank Arnesen, der mal mit mässigem Erfolg ab 2011 zwei Jahre beim HSV tätig war, sind an einer Hand abzuzählen. Ausser in England, wo die Trainer auch Manager sind, werden Ausländer generell nur selten als Sportdirektor beschäftigt. Patrick Kluivert beim PSG ist eine Ausnahme.

Ganz ohne Spuren im Funktionärsbereich in Deutschland ist die Schweiz jedoch nicht. 1996 war Ignaz Good Manager des 1. FC Kaiserslautern und René C. Jäggi 2002 gar Vorstandsvorsitzender am Betzenberg. 2010 stand beim HSV so gut wie fest, dass Urs Siegenthaler neuer Sportchef werden würde. Doch der Basler verzichtete, weil aus der Bundesliga und vom DFB Kritik laut geworden war, da Siegenthaler weiter auch als Chefscout beim Verband tätig sein wollte.

Die Voraussetzungen sind da

Zurück zu Heitz. Nicht, dass man ihn dem FCB wegwünschen wollte. Gewiefte Funktionäre braucht das Land. Aber es wäre schon auch spannend, ihn beim HSV zu sehen. Sein Rucksack für diesen Job ist ganz anders gefüllt, als es bei Knäbel der Fall gewesen ist. Nach acht äusserst erfolgreichen FCB-Jahren brächte er alle Voraussetzungen mit, um in der Bundesliga zu reüssieren. Selbst beim problembeladenen HSV.

Ob Heitz Rotblau aber überhaupt verlassen möchte? Das internationale Niveau zu halten, ist Herausforderung genug. Aber: Die schillernde Bundesliga zu erleben, hat noch fast jedem Schweizer gefallen.

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