Fredy Bickel, weshalb ist der Transfer von YB-Mittelfeldspieler Sekou Sanogo zum Hamburger SV gescheitert?

Fredy Bickel, Sportchef: Wir wussten schon lange vom Interesse des HSV. Am letzten Freitag wurde dieses konkreter, und am Samstag sagte Sportdirektor Peter Knäbel: «Ja, wir wollen Sanogo.» Am Sonntag verhandelten wir vom Nachmittag bis weit nach Mitternacht. Es ging darum, ob der Spieler definitiv oder leihweise transferiert würde und um mögliche Optionen. Am Montag gingen die Verhandlungen weiter, und um die Mittagszeit gab der HSV sein Okay. Sanogo nahm um 12.30 Uhr den Flieger nach Hamburg und absolvierte dort die medizinischen Tests. Um 16.35 Uhr erhielten wir von Knäbel die Mitteilung, er komme wegen anderer Transfers nicht dazu, die Vereinbarung aufzusetzen; ob wir dies für ihn machen könnten. Obwohl dies eigentlich Sache des aufnehmenden Vereins ist, tat YB das. Um 17.35 Uhr gab der HSV sein Okay dazu. Um 17.51 schickten wir die Mail mit den eingescannten Unterschriften weg. Der HSV meldete, sie sei nicht angekommen. Um 17.54, 17.57 und 18.00 schickten wir die Mail nochmals. Der HSV meldete um 18.04, jetzt sei sie da. Um 18.00 hätte sie aber an den DFB weitergeleitet werden müssen. YB kann beweisen, dass die Mails rechtzeitig verschickt worden waren. Ich wundere mich etwas darüber, dass der HSV deshalb nicht beim DFB insistierte. In der Schweiz wäre dies wohl möglich gewesen. Mir tut vor allem Sanogo leid, der sich auf die Bundesliga gefreut hatte. Ich bin aber sicher, dass er bei uns eine gute Rückrunde spielen wird. Finanziell ist es für YB nicht gravierend, weil es nur um eine Leihsumme gegangen wäre.

Adi Hütter, YB kann keinen Titel mehr holen. Läuft die Rückrunde daher unter dem Motto «Vorbereitung auf die Saison 2016/17?»

Adi Hütter, Trainer: Nein, wir haben noch einige Ziele. Wir wollen GC von Rang 2 verdrängen, unseren Stil weiterentwickeln, die Jungen forcieren und das Publikum begeistern.

Wie kommt Stürmerstar Guillaume Hoarau mit dem laufintensiven Hütter-System klar?

Hütter: Er wird seine Aufgabe auf seine Art so gut als möglich erledigen. Ich hatte auch bei Salzburg mit Soriano und Alan zwei Stürmer, die keine Pressinghaie waren. Es hat dennoch geklappt. Wichtig ist, dass wir mit Hoarau in der Mitte einen Mann haben, der die Tore macht.

Guillaume Hoarau, haben Sie Spass am laufintensiven YB-System?

Guillaume Hoarau, Stürmer: Ja, denn ich stelle mich sehr gerne in den Dienst der Mannschaft und bin der erste Verteidiger. Und wenn wir so hoch stehen, wie der Trainer das will, dann sind wir näher beim Tor und das kommt auch mir zugute.

Marco Wölfli, stehen Sie in der Rückrunde beim FC Wil im Tor?

Marco Wölfli, Ersatztorhüter: Ich verhehle nicht, dass mich die Herausforderung reizen würde, leihweise dort zu spielen. Mein Vertrag bei YB läuft noch bis 2019. Wenn es für alle Parteien stimmt, warum nicht? (Bickel und Hütter erklären danach, dass Wölfli nicht abgegeben werde).

Alexander Gerndt, weshalb haben Sie Ihren Vertrag bei einem Klub verlängert, mit dem Sie keinen Titel gewinnen können?

Alexander Gerndt, Stürmer: Warum behaupten Sie so etwas? Wir haben eine sehr ambitionierte Mannschaft mit interessanten jungen Spielern. Meinen EM-Traum mit Schweden kann ich mir nur in einer starken Mannschaft erfüllen. Und meiner Frau und mir gefällt es in Bern ausgezeichnet.

Yoric Ravet, haben Sie des Geldes wegen von GC zum fünf Punkte zurückliegenden YB gewechselt?

Yoric Ravet, Flügel: Nein, der Transfer hat nichts mit Geld zu tun. Bei YB sehe ich die noch besseren Perspektiven, auch mal etwas zu gewinnen.