Fussball
Günther Jauch und Marcel Reif quasseln sich durch den Torfall von Madrid

Vor dem Spiel Real Madrid gegen Borussia Dortmund stürzte vor 15 Jahren eines der beiden Tore ein. Erst mit 76-minütiger Verspätung konnte das Spiel beginnen. Die TV-Kommentatoren überbrückten die lange Pause auf legendäre Art und Weise.

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Der «Torfall» 1998 in Madrid ging in die Fussball-Geschichte ein.

Der «Torfall» 1998 in Madrid ging in die Fussball-Geschichte ein.

Keystone

Es wäre alles bereit gewesen für das Hammerspiel, am 1. April 1998 im Santiago Bernabéu in Madrid. Ein Datum, das nicht besser hätte passen können. Denn knapp eine Minute vor Anpfiff des Champions League-Halbfinals zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund erklommen spanische Fans einen Schutzzaun hinter dem Tor. Dieser gab der Last nach, stürzte ein – und riss das daran befestigte Tor gleich mit sich.

76 Minuten Sprüche klopfen

Trainer und Spieler, die für den Anpfiff bereit standen, mussten das Spielfeld wieder verlassen. Ganze 76 Minuten dauerte es, bis ein Ersatztor gefunden und aufgebaut war. Eine Herausforderung nicht nur für die beiden Mannschaften, sondern auch für die TV-Kommentatoren Günther Jauch und Marcel Reif: Diese mussten die Pause nämlich live auf Sendung überbrücken.

Es folgten die wohl witzigsten 76 Minuten in der Geschichte der Fussball-Kommentatoren: «Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan» (Reif) und «Für alle die, die nicht rechtzeitig eingeschaltet haben, das erste Tor ist schon gefallen» (Jauch) gehören zu den legendärsten Sprüchen.

Die beiden Kommentatoren wurden im selben Jahr für die Liveübertragung mit dem Bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet und 1999 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Auch den Zuschauern hats gefallen: Die Einschaltquoten beliefen sich während der Wartezeit auf 12,76 Millionen Zuschauer, das eigentliche Spiel verfolgten dann nur noch 6 Millionen Zuschauer. An diesem Abend eine Nebensache: Real Madrid gewann mit 2:0.