Den Bayern hätte ein 0:0 im Spitzenspiel zwischen Mönchengladbach und Wolfsburg auch gereicht. Doch die Gladbacher selbst gaben sich mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Deshalb lancierten sie zum Ende eines klar dominierten Spiels auch in der 90. Minute nochmals einen Angriff. Fabian Johnson leitete eine Flanke von Ibrahima Traoré weiter zu Max Kruse, der vor Wolfsburgs Verteidiger Naldo an den Ball kam und den Schweizer Torhüter Diego Benaglio aus sieben Metern bezwang.

Gladbach siegte, Bayern war Meister. Wie der Münchner Trainer Pep Guardiola das Resultat vom Sonntag aufnahm, ist nicht bekannt. Dem Vernehmen nach hat er das Spiel am TV nicht gesehen. Er werde mit Video-Analysen das Cup-Duell vom Dienstag gegen Borussia Dortmund vorbereiten, hatte er gesagt. Gefeiert hatten sie bei den Bayern ohnehin schon am Samstag, nachdem Bastian Schweinsteiger den neuen und alten Meister spät noch zum 1:0-Sieg gegen Hertha Berlin geschossen hatte.

Knapp 24 Stunden später war der 25. Titel und der vierte Hattrick perfekt. Schon 1972 bis 1974, 1985 bis 1987 und 1999 bis 2001 hatten die Bayern dreimal in Serie die Meisterschale gewonnen. Nun können sie in der nächsten Saison einen weiteren Rekord angehen. Viermal in Folge hat noch nie ein Team in der 1. Bundesliga den Titel geholt. Das sind prächtige Aussichten, die vergessen lassen, dass die Bayern in dieser Saison im Prinzip auf hohem Niveau einen kleinen Rückschritt tätigen. Die Endzahl von 91 (2013) beziehungsweise 90 Punkten (2014) können sie heuer nicht mehr erreichen.

Auch Mönchengladbach ist am Sonntag an einem ersten Saisonziel angelangt. Nach dem 1:0 gegen Wolfsburg ist dem Team von Lucien Favre zumindest die Teilnahme an den Champions-League-Playoffs nicht mehr zu nehmen. Doch mit dem Sieg hat Gladbach sogar einen kleinen Schritt Richtung 3. Platz und damit zur direkten Qualifikation getan. Weil Bayer Leverkusen am Samstag beim 1. FC Köln nicht über 1:1 hinauskam, beträgt der Abstand zum "Werksklub" nun zwei Punkte. Wer Dritter und wer Vierter wird, dürfte sich am übernächsten Wochenende entscheiden. Dann empfängt Gladbach Leverkusen im Borussia-Park.

Während an der Tabellen-Spitze die ersten Entscheidungen gefallen sind, kündigt sich unten ein Fotofinish an. Von den akut gefährdeten Teams gelang nur dem Hamburger SV ein Sieg (3:2 gegen Augsburg). Der HSV hat damit Paderborn auf den zweitletzten Platz gestossen. Der Aufsteiger, der einst in der 5. Runde die Leaderposition an Bayern München abtreten musste, verspielte beim 2:2 gegen Werder Bremen eine frühe 2:0-Führung. Der ehemalige GC-Stürmer Izet Hajrovic glich für Werder mit einem sehenswerten Flachschuss aus (75.). Damit sind mit Freiburg, Hannover, HSV, Paderborn und VfB Stuttgart fünf Teams innerhalb von nur drei Punkten klassiert.

Telegramme: Paderborn - Werder Bremen 2:2 (2:1). - 15'000 Zuschauer. - Tore: 25. Vranic 1:0. 27. Stoppelkamp 2:0. 45. Selke 2:1. 75. Hajrovic 2:2. - Bemerkung: 78. Gelb-Rote Karte gegen Heinloth (Paderborn).

Borussia Mönchengladbach - Wolfsburg 1:0 (0:0). - 52'147 Zuschauer. - Tor: 90. Kruse 1:0. Bemerkung: Gladbach mit Sommer und Xhaka, Wolfsburg mit Benaglio, Rodriguez und Klose (bis 58./verletzt am linken Knöchel).

Rangliste: 1. Bayern München 30/76. 2. Wolfsburg 30/61. 3. Borussia Mönchengladbach 30/57. 4. Bayer Leverkusen 30/55. 5. Schalke 04 30/42. 6. Augsburg 30/42. 7. Hoffenheim 30/40. 8. Borussia Dortmund 30/39. 9. Werder Bremen 30/39. 10. Mainz 30/37. 11. Eintracht Frankfurt 30/36. 12. 1. FC Köln 30/35. 13. Hertha Berlin 30/34. 14. SC Freiburg 30/30. 15. Hannover 96 30/29. 16. Hamburger SV 30/28. 17. Paderborn 30/28. 18. VfB Stuttgart 30/27.