Die Schweiz startet mit einem Sieg ins Länderspieljahr 2019. In Georgien gewinnt das Team von Vladimir Petkovic 2:0. Nach einer mässigen ersten Halbzeit gelingt nach der Pause die entscheidende Steigerung. Steven Zuber (57.) und Denis Zakaria (80.) schiessen die Nati zum ersten Sieg in der EM-Qualifikation. 

Es ist ein verdienter und nie gefährdeter Sieg, der sogar noch höher hätte ausfallen können. Die Schweiz, die ohne Shaqiri, Seferovic und Mehmedi antreten musste, spielt je länger die Partie dauert desto souveräner. Massgeblichen Einfluss hat auch die Systemumstellung. Petkovic lässt nach der Pause mit Dreierkette agieren.

Die nächste Herausforderung wartet am kommenden Dienstag. Dann empfängt die Schweiz im Schlagerspiel der Gruppe D Dänemark. 

Das Spiel: Der Turnaround im zweiten Durchgang

Lange ist die Partie in Tiflis fade. Die Schweiz reibt sich an den aufsässigen und wohlorganisierten Georgiern auf. Es sind gar eher die Kicker aus dem Kaukasus, die dem 10 näher sind: Kurz vor dem Seitenwechsel profitiert Qazaishvili beinahe von einem Zuordnungsfehler in der Schweizer Hintermannschaft. Ansonsten sind ein Slapstick-Freistoss, bei dem Ricardo Rodriguez ausrutschte und beinahe doch noch traf und ein schmerzhaften Zusammenprall zwischen Fabian Schär und dem Georgier Tabidze die Highlights des ersten Durchgangs. Bezeichnend.

Nach der Pause stellt Nationaltrainer Vladimir Petkovic auf eine Dreierabwehr und einen Doppelsturm um – letztlich die golrichtige Entscheidung. Im neuen System schaffen es die Schweizer, Tempo und Varietät ins Offensivspiel zu bringen, was die Georgier letztlich entmutigte und aushebelte.

Eine massive Druckphase der Eidgenossen krönte schliesslich Steven Zuber mit dem 1:0 in der 56. Minute. Vorausgegangen war dem Treffer ein herrlicher weiter Ball von Fabian Schär. Nach dem Treffer schalteten die Schweizer in den Verwaltungsmodus – und wurden von den ausgepumpten Georgiern dafür nicht mehr bestraft. Im Gegenteil: Denis Zakaria konnte in der 80. Minute mit dem 2:0 für die vorzeitige Entscheidung sorgen. Am Ursprung dieses Treffers stand wiederum Fabian Schär.

Der Beste: Fabian Schär

Was für ein Auftritt des Schweizer Abwehrchefs! Dass seine Defensive gegen die nominell schwächer besetzten Georgier nicht viel zulässt, verblüfft weniger, als die offensiven Kontributionen des Newcastle-Söldners. Beide Treffer basieren auf herrlichen öffnenden Bällen des 27-Jährigen. Angesichts des schmerzhaften Zusammenpralls in der ersten Halbzeit, nachdem der Schweizer kurz regungslos am Boden liegen blieb und man bereits das Schlimmste befürchten musste, keine Selbstverständlichkeit.

Das gab sonst noch zu reden: Der ewige Lichtsteiner

Es war im Vorfeld angezweifelt worden, ob der altgediente Captain noch die richtige Besetzung auf der rechten Abwehrseite sei. Ob er nicht womöglich ebenfalls dem Verjüngungs-Cut des Sommers hätte zum Opfer fallen sollen. Der 35-Jährige nimmt die Herausforderung und den Wettkampf um seinen Stammplatz an und rechtfertigt seine Nomination mit einem grundsoliden Auftritt. Er lässt defensiv nicht viel zu und ist einer der wenigen Akteure, denen über beide Halbzeiten hinweg engagiertes Offensivverhalten attestiert werden kann.

Sie haben das Spiel verpasst? Hier finden Sie den Liveticker von Georgien-Schweiz zum Nachlesen.