Champions League
Gefasste FCB-Spieler: «Wir müssen noch viel, viel trainieren»

Beim FCB hält sich der Frust über die 1:5-Klatsche bei Real Madrid in Grenzen. «Seien wir ehrlich: Gemessen an den Klubs ist dieses Resultat normal», meint Sportdirektor Georg Heitz.

Sebastian Wendel, Madrid
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Die FCB-Fans zeigen sich kurz nach der Madrid-Klatsche enttäuscht, können aber die Niederlage richtig einordnen.

Die FCB-Fans zeigen sich kurz nach der Madrid-Klatsche enttäuscht, können aber die Niederlage richtig einordnen.

Keystone

Frust? Wut? Fehlanzeige. Überraschend gefasst traten die Spieler des FC Basel vor die Journalisten – hinter ihnen lag das 1:5 in Madrid. Und auch wenn der Gegner als die beste Mannschaft der Welt gilt und mit einem fast zehn Mal höheren Budget operiert – ein 1:5, so dachte man zumindest, würde die Laune der Basler tiefer sinken lassen.

Stattdessen: Anerkennung und Staunen über die inidividuellen Qualitäten des Gegners – und auch Erleichterung, dass es «nur» ein 1:5 wurde.

In der Tat: Kurz vor der Pause, als der FCB in sieben Minuten drei Tore kassierte, musste man Schlimmes befürchten. Marco Streller fasste zusammen: «Wir sind in der Realität. Hier ist Real, die beste Mannschaft der Welt. Und wir sind der FC Basel.»

Basels Goalie Tomas Vaclik hat keine Chance: Der Schuss von Benzema landet zum 5:1 im Tor.
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Die enttäuschten Basler Spieler bedanken sich bei ihren Fans für die Unterstützung.
Karim Benzema feiert sein Tor zum 5:1 mit Marcelo.
Starker Reflex: Iker Casillas verhindert das 2:4 - Derlis Gonzalez war frei zum Schuss gekommen.
James Rodriguez trifft zum 4:0.
Real - Basel
Gareth Bale gegen Basels Taulant Xhaka
Ronaldo jubelt über sein 3:0
Die Madrilenen jubeln nach der 1-0-Führung
Basel am Boden, Real im Rausch.
Bedauernswerter Goalie Tomas Vaclik. Die Madrilenen kennen kein Pardon.
Offen wie ein Scheunentor: Gareth Bale trifft zum 2:0.
Gareth Bale trifft zum 2:0.
Alle gegen Gareth Bale. Die Basler wehren sich mit vereinten Kräften.
Auf und davon: Cristiano Ronaldo.
Fabian Frei.
Gareth Bale beschäftigt die Basel.
Paulo Sousa (l) beim Handshake mit Reals Carlo Ancelotti.
Real Madrid in Torlaune. Basler sind nur Statisten.
Cristiano Ronaldo lässt Safari stehen.
Torhüter Vaclik ist vor Karim Benzema am Ball.
Das Team des FC Basel vor dem Anpfiff

Basels Goalie Tomas Vaclik hat keine Chance: Der Schuss von Benzema landet zum 5:1 im Tor.

Keystone

«Normales Resultat»

Georg Heitz, der Sportdirektor, sagte: «Seien wir ehrlich: Gemessen an den Unterschieden zwischen den Klubs, ist dieses Resultat normal.»

Goalie Tomas Vaclik, der in seinem ersten Champions-League-Spiel gleich fünf Mal hinter sich langen musste: «Ein höheres Level als hier in Madrid gibt es nicht im Fussball. Wir haben eine Lehrstunde erhalten und gesehen, dass wir noch viel, viel trainieren müssen.»

Angesprochen auf die erneut vielen Umstellungen von Trainer Paulo Sousa, mit denen er seine Spieler ins Rennen schickte, hielt man sich zurück. Taulant Xhaka: «Das sind die Entscheidungen des Trainers. Unsere Aufgabe ist es, die Vorgaben umzusetzen.»

Für ihn jedenfalls sei es kein Problem gewesen, nach sieben Spielen im Abwehrzentrum plötzlich rechts aussen spielen zu müssen – und das nicht gegen irgendeinen Gegner, sondern die beste Mannschaft der Welt.

Kroos: «Sie hatten Chancen für mehr Tore»

Wie auf dem Platz hatten die Stars von Real Madrid auch beim Gang vor die Presse leichtes Spiel. «Ich finde, wir haben das nicht so schlecht gemacht», untertrieb Toni Kroos.

Der deutsche Weltmeister attestierte dem FCB eine ansprechende Leistung und lobte den Gegner dafür, im Bernabéu die Bälle nicht nur nach vorne geschlagen zu haben.

«Sie hatten auch ein paar Chancen für mehr Tore, wenn auch nicht für einen Punktgewinn.»

Dass seine Mannschaft nach der Pause zwei Gänge runtergeschaltet habe, sei normal. Nicht auszudenken, hätte das Real-Ensemble 90 Minuten lang ernst gemacht.

Gefrusteter Gashi

Und dann war da doch noch Frust auszumachen auf Basler Seite. Während die Madrilenen gut gelaunt in die Mikrofone sprachen, huschte hinter ihnen Shkelzen Gashi durch.

Handy am Ohr, böser Blick, schneller Schritt. Auf die Bitte, kurz stehen zu bleiben, reagiert er nicht einmal.

Gashis Frust - nachvollziehbar: Er, mit vier Toren und drei Assists der FCB-Topskorer und ein grosser Real-Madrid-Fan, sass im Bernabéu 94 Minuten draussen.