Fussball
GC: Zuerst Aussprache, dann Brügge

Die Grasshoppers haben turbulente Tage hinter sich. Am Donnerstag treffen sie in der Europa-League-Qualifikation auf den FC Brügge (Be). Im "Exil" in St. Gallen wollen sie die Basis schaffen für den Einzug in die Gruppenphase.

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Aussprache

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Keystone

Am letzten Samstag hatten die Grasshoppers wieder einmal etwas zu feiern. Dank einer engagierten Leistung und ihrem ersten Saison-Sieg - dem 2:1 in Aarau - konnten sie in der Super League die rote Laterne abgeben. "Wir haben ein tolles Spiel gezeigt. Das ist wichtig fürs Selbstvertrauen. Ich hoffe, der Knoten ist jetzt geplatzt", durfte ein zufriedener Trainer Michael Skibbe konstatieren. Ein hektischer Tag nahm für ihn ein gutes Ende.

Aussprache mit Salatic

Auf dem Brügglifeld hatte sich Skibbe nicht nur mit angenehmen Fragen zu beschäftigen. Fast mehr zu reden als der Erfolg seiner "Hoppers" gab sein angespanntes Verhältnis zu seinem Captain Vero Salatic. Skibbe wurde vor der Partie im TV-Interview mit "Teleclub" aufgefordert, zum Ausmass der internen Irritationen Stellung zu nehmen. Der deutsche Coach gab unumwunden zu, dass es Meinungsverschiedenheiten mit Salatic gebe. Es offenbarte sich, dass die Stimmung innerhalb des Teams gereizt ist. Führungsspieler Salatic soll sich über Personalentscheide von Skibbe beklagt haben. Der Trainer machte in Aarau öffentlich klar, dass er der Chef der Mannschaft sei, die Verantwortung trage und damit den Weg vorgeben müsse. Salatic drückte sich in dieser Causa gegenüber den Medien vorsichtiger aus. Es folgte eine Aussprache. Verwaltungsrat Martin Keller, der in sportlichen Belangen ein grosses Mitspracherecht hat, soll Skibbe den Rücken gestärkt haben. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Trainer und Captain wieder zueinander finden.

Starker Gegner aus Belgien

Am Donnerstag in der AFG-Arena, in die sie wegen den Leichtathletik-Veranstaltungen im Letzigrund ausweichen müssen, kann sich für die Grasshoppers weisen, wie lange sie in dieser Saison im "internationalen Geschäft" mitmischen dürfen. Nach dem Out in der Champions-League-Qualifikation gegen Lille versuchen sie, die Europa-League-Gruppenphase zu erreichen. Im Duell mit Brügge sind die Zürcher nicht unbedingt zu favorisieren. Die Belgier präsentieren sich in guter Form. In der Meisterschaft sind sie mit acht Punkten aus vier Partien ungeschlagener Tabellendritter. Und in der letzten Runde der Europa-League-Qualifikation fertigten sie Bröndby Kopenhagen gleich mit 5:0 ab. Brügges Defensive mit dem australischen WM-Torhüter Matthew Ryan wirkt gefestigt. Sie lässt kaum Gegentore zu - es kommt nicht von ungefähr, dass das Team von einem ehemaligen Spitzen-Goalie betreut wird. Der belgische Coach Michel Preud'homme wurde an der WM 1994 in den USA zum besten Torhüter des Turniers gewählt.