In der Europa League bekommt es der FC Zürich entweder mit Skonto Riga oder Slovan Liberec zu tun. Kann sich Thun gegen Tschichura Satschchere durchsetzen, treffen die Berner entweder auf Sparta Prag oder auf Häcken Göteborg.

Zehn Jahre nach dem Out gegen AEK Athen stellt sich den Grasshoppers die mutmasslich höchste der fünf möglichen Hürden (Lyon, PSV Eindhoven, Metalist Charkiw, Fenerbahçe Istanbul, Zenit St. Petersburg) in den Weg. "In der Schweiz gibt es zwar hohe Berge, aber Lyon ist ein Sechs- oder Siebentausender", sagte Trainer Michael Skibbe nach der Auslosung am UEFA-Hauptsitz in Nyon. "Aber auch solche Berge wurden schon bezwungen." Zumindest reisetechnisch war Lyon, wo die Zürcher voraussichtlich am Dienstag, 30. Juli, zuerst auswärts anzutreten haben, das beste Los. Gegen drei der vier anderen Gegner wären längere Flugreisen im Programm gestanden.

GC trifft erstmals seit 1999 und dem Ausscheiden gegen Bordeaux im UEFA-Cup, und erneut als Aussenseiter, auf einen französischen Europacup-Vertreter. Lyon, der siebenfache Meister zwischen 2002 und 2008, war in der letzten Saison die Nummer 3 der Ligue 1 hinter Paris St-Germain und Marseille. Wie viele andere Vereine der Liga kämpft auch das Team von Rémy Garde mit erheblichen finanziellen Sorgen. Die fehlenden Einnahmen aus der Champions League - Lyon spielte in der letzten Saison erstmals seit zwölf Jahren nicht mit - und das neue Steuergesetz haben beim Champions-League-Halbfinalisten von 2010 Spuren hinterlassen. Er wartet sehnsüchtig auf die Fertigstellung des 250 Millionen teuren Stadionneubaus (geplant für Mitte 2015). Im Grand Stade werden sich Lyon als Eigenvermarkter andere wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen.

Das aktuelle Kader ist längst zu teuer geworden. Deshalb möchte der umtriebige Präsident Jean-Michel Aulas den Stürmer Bafétimbi Gomis lieber heute als morgen loswerden, der Spieler lehnte zuletzt aber Angebote von Klubs aus dem mittleren Ranglistenbereich der Premier League ab. Frei von Talent ist Lyon unabhängig vom Verbleib von Gomis nicht. Mit Eigengewächs Clément Grenier und Captain Maxime Gonalons stehen zwei grosse Versprechen des französischen Fussballs im Kader des Vereins. Neuerdings gehört mit dem Nachwuchs-Goalie Jérémy Frick auch ein Schweizer Junioren-Internationaler zur ersten Mannschaft.

Grösster Chance für die Grasshoppers dürfte sein, dass Lyon erst nach dem Rückspiel am Mittwoch, 7. August, mit dem Heimauftritt gegen Nice in die Meisterschaft startet. "Wir müssen jeden Vorteil nützen. Man muss aber auch realistisch sein: Lyon ist eine riesige Schuhnummer", sagte GC-Sportchef Dragan Rapic.

Wiedersehen mit Paulo Sousa?

Mutmasslich einfacher präsentiert sich die erste Aufgabe auf dem Weg in die "Königsklasse" für den FC Basel, der im Hinspiel vor eigenem Publikum anzutreten hat. Gegner auf dem "Meisterweg" wird entweder ETO Györ oder Maccabi Tel-Aviv sein. Die Vorteile befinden sich nach dem mit 2:0 gewonnenen Hinspiel in Ungarn auf Seiten des israelischen Rekordmeisters (20 Titel). Maccabis bislang einziges Europacup-Duell mit einem helvetischen Vertreter war glücklos verlaufen: 1996 schaffte GC mit dem heutigen Basler Trainer Murat Yakin in der Verteidigung dank dem Gesamtskore von 2:1 als erster Schweizer Verein den Vorstoss in die Champions League.

Womöglich kommt es für Basel zu einem Wiedersehen mit einem "alten Bekannten". Maccabi wird seit diesem Sommer von Paulo Sousa gecoacht. Der ehemalige portugiesische Internationale war in der letzten Saison Coach des ungarischen Europa-League-Gruppengegners Videoton Szekesfehervar. Im Basler Lager war nach der Auslosung die Rede vom "schwerstmöglichen Gegner, den wir zugelost bekommen haben". So formulierte es zumindest Marco Streller. "Es kommt uns aber entgegen, dass wir bereits in die Saison gestartet sind und somit schon unseren Rhythmus finden können." Wie Lyon nimmt auch Maccabi Tel-Aviv sein Meisterschaftspensum erst nach der dritten Qualifikationsrunde auf. Die Ligat HaAl startet am 24. August in die neue Saison.

Champions-League-Qualifikation. 3. Runde (30./31. Juli und 6./7. August):

«Meisterweg»: BASEL - Györ (Un)/Maccabi Tel-Aviv (Isr), Sligo Rovers (Irl)/Molde (No) - TNS Llansantffraid (Wales)/Legia Warschau, Slovan Bratislava/Ludogorez Rasgrad (Bul) - Schirak Gjumri (Arm)/Partizan Belgrad, Dynamo Tiflis/EB/Streymur (Färöer) - Steaua Bukarest/Vardar Skopje (Maz), APOEL Nikosia (Zyp) - Birkirkara (Malta)/Maribor (Sln).

Celtic Glasgow/Cliftonville Belfast (NIrl) - Elfsborg Boras (Sd)/Daugava Daugavpils (Lett), BATE Borissow (WRuss)/Schachtjor Karaganda (Kas) - Neftschi Baku/Skënderbeu Korçë (Alb), Austria Wien - Ekranas Panevezys (Lit)/Hafnarfjördur (Isl), HJK Helsinki/Nomme Kalju Tallinn - Viktoria Pilsen (Tsch)/Zeljeznicar Sarajevo (Bos), Fola Esch (Lux)/Dinamo Zagreb - Sheriff Tiraspol (Mol)/Sutjeska Niksic (Mont).

«Ligaweg»: Lyon - Grasshoppers, PSV Eindhoven - Zulte Waregem (Be), PAOK Saloniki - Metalist Charkiw (Ukr), Red Bull Salzburg - Fenerbahçe Istanbul, Nordsjaelland (Dä) - Zenit St. Petersburg.

Auslosung der Playoffs am Freitag, 9. August, 12.00 Uhr, in Nyon.