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GC-Trainer Skibbe: «Izet ist kein Foul-Spieler – er spielt ja nahezu körperlos»

Unglücklicher Zusammenprall oder böse Absicht? Während der Fussballverband auf den Rapport von Schiedsrichter Adrien Jaccottet wartet, stellt sich auch FC Luzern-Goalie Zibung hinter den vermeindlichen Täter Izet Hajrovic.

Roman Michel
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David Zibung musste nach dem Zusammenprall blutüberströmt vom Platz getragen werden. Nach dem Spielschluss veröffentlichte er bereits ein Bild auf Twitter.

David Zibung musste nach dem Zusammenprall blutüberströmt vom Platz getragen werden. Nach dem Spielschluss veröffentlichte er bereits ein Bild auf Twitter.

Twitter/Keystone

Es passiert eine Viertelstunde vor Schluss: GC-Flügel Izet Hajrovic stürmt beim Stand von 2:0 für den Leader auf FCL-Torhüter David Zibung zu. Dieser riskiert Kopf und Kragen und wirft sich mutig auf den Ball. Dabei trifft Hajrovic den Schlussmann mit seinen Stollen voll im Gesicht, Zibung bleibt blutüberströmt auf dem Platz liegen und muss benommen vom Platz geführt werden.

Spät in der Nacht das Aufatmen: Zibung hatte Glück im Unglück. Der Verdacht auf einen Schädelbruch bestätigte sich nicht, die knapp acht Zentimeter lange Risswunde musste mit vier Stichen genäht werden.

Warten auf den Rapport

Der Ball liegt nun bei Schiedsrichter Adrien Jaccottet und seinem Rapport. Der Ref sah kein Foulspiel von Hajrovic und pfiff nicht. Daher ist eine nachträgliche Sperre denkbar. Dazu müsste die Disziplinarkommission der Swiss Football League eingreifen. Dies bestätigt deren Sprecher Philippe Guggisberg auf Anfrage der «az»: «Wenn der Schiedsrichter im Rapport angibt, er habe die Szene nicht gesehen, kümmert sich die Disziplinarkommission um den Fall.»

FCL-Goalie liegt nach einem Tritt ins Gesicht von Izmet Hajrovic verletzt am Boden.
4 Bilder
Übles Foul von GC-Star Izet Hajrovic an FCL-Torhüter David Zibung
David Zibung musste seine Wunden im Spital nähen lassen
Glück gehabt: Das Jochbein ist nicht verletzt

FCL-Goalie liegt nach einem Tritt ins Gesicht von Izmet Hajrovic verletzt am Boden.

Eine nachträgliche Sperre ist dabei möglich. Bereits im Frühling wurde ein Spieler der Grasshoppers nachträglich gesperrt: Torhüter Roman Bürki wurde für sein Rencontre mit Pajtim Kasami mit drei Spielsperren belegt. Die Disziplinarkommission zog ihren Entscheid nach einer Beschwerde von GC aber wieder zurück. Der Rapport wird beim Schweizer Fussballverband im Laufe des Tages erwartet.

«Izet spielt nahezu körperlos»

Angst vor einer Strafe im Fall Hajrovic hat Adrian Fetscherin, Kommunikationsverantwortlicher von GC, nicht: «Zweifellos ist die Szene aber sehr unglücklich verlaufen und wir sind froh, dass David Zibung nichts schlimmeres passiert ist.»

Auch GC-Trainer Michael Skibbe sagt: «Izet ist bei weitem kein Foul-Spieler – er spielt ja nahezu körperlos.» Sein Gegenüber Carlos Bernegger wollte Hajrovic ebenfalls keine böse Absicht unterstellen.

Izet Hajrovic habe sich laut Fetscherin noch im Stadion beim Luzerner Schlussmann entschuldigt: «Sie haben sich nach Spielschluss im Stadion getroffen und miteinander gesprochen.»

David Zibung zeigt sich trotz der Risswunde gelassen: «Solche Szenen gibt es leider immer wieder im Fussball», sagt er zum «Blick». Er habe in der Aktion keine Absicht erkennen können. Zibung regte sich vielmehr über die verlorenen drei Punkte auf: «Das ist viel schlimmer als meine Wunde im Gesicht.»

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