Super League
GC sucht Form und Leichtigkeit

Es harzt bei GC. Dies habe jedoch nichts mit dem Verkauf von Yoric Ravet zu tun, sagen Trainer Tami und CEO Huber.

Markus Brütsch
Drucken
Teilen
Munas Dabbur und Caio: Bild aus glücklichen Tagen. KEY

Munas Dabbur und Caio: Bild aus glücklichen Tagen. KEY

KEYSTONE

Die Fakten der Spieltage 19 bis 25 sprechen eine deutliche Sprache. GC ohne Yoric Ravet: 7 Spiele, 8 Punkte. YB mit Yoric Ravet: 7 Spiele, 17 Punkte. Überwintert hatten die Grasshoppers als Tabellenzweite mit fünf Punkten Vorsprung auf die Young Boys, jetzt liegen sie vier Zähler zurück. In der Rückrundenrangliste liegt YB, mit einem Spiel mehr als der FC Basel, an der Spitze, GC auf Rang sechs.

Ist der Transfer des französischen Flügelspielers im Januar von Zürich nach Bern die Ursache dafür, dass sich die Gewichte auf Seite der Berner verschoben haben? Es wäre im Fussball nicht das erste Mal, wenn das Wegbrechen eines einzigen, aber wichtigen, Puzzleteilchens das Gesamtbild einer Mannschaft markant verändern würde. Und wenn dann dieses gleich noch perfekt als Ersatz des zum FC Basel gegangenen Renato Steffen ins Gefüge des neuen Besitzers passt, darf sich dessen Manager Fredy Bickel durchaus auf die Schulter klopfen. Zwar ist der Coup mit Ravet ein finanzieller Kraftakt, Insider sprechen von einer Ablösesumme von gegen zwei Millionen Franken und einem Salär von einer Million, doch hat YB damit Steffens Abgang mehr als kompensiert. Und gleichzeitig den Konkurrenten um Platz 2, der zu Champions-League-Träumen berechtigt, arg geschwächt.

Denn Beachtliche acht Tore und ebenso viele Assists hatte Ravet zur formidablen GC-Bilanz im Herbst beigesteuert. Und in Bern ohne Integrationsprobleme mit zwei Toren und vier Assists an seine in Zürich gezeigten Leistungen angeknüpft. Damit ist der 26-Jährige hinter seinem vormaligen Klubkollegen Munas Dabbur (26 Punkte) mit 22 Torbeteiligungen der zweitbeste Skorer der Liga.

Gleichwohl sehen weder GC-CEO Manuel Huber noch Trainer Pierluigi Tami einen direkten Zusammenhang zwischen dem Abgang von Ravet und der verloren gegangenen Form und Leichtigkeit der Vorrunde. «Das zu sagen, wäre eine Alibiübung», sagt Huber. «Wir wussten zu Saisonbeginn, dass wir ein kleines Kader mit vielen jungen Spielern haben und damit ein Risiko eingehen. Wir sollten die jetzige Situation deshalb nicht dramatisieren.» Als Huber dies am Freitag sagte, war allerdings noch nicht bekannt, dass der wichtige Mittelfeldspieler Marko Basic wegen einer Verletzung des Sprunggelenks für sechs bis acht Wochen ausfallen wird.

«Ravet war nicht unser wichtigster Spieler»

Auch Trainer Tami verzichtet darauf, Ravets Fehlen als Grund für die Rückschläge anzuführen. Er sagt: «Ravet war nicht unser wichtigster Spieler.» Der Tessiner räumt aber ein, dass GC sich in einer schwierigen Phase befinde. «Wir haben die Situation analysiert und sind zum Schluss gekommen, dass unsere Probleme vor allem mit der Formschwäche von Schlüsselspielern zu erklären sind», sagt Tami. «Darunter hat eben die ganze Mannschaft gelitten.» Beispiele dafür sind Caio und Dabbur. In der Vorrunde noch überragend, will dem Brasilianer seit Wiederbeginn nicht viel gelingen. Auch der Israeli wirkt nicht mehr unwiderstehlich. Möglich, dass die fortwährenden Gerüchte um einen möglichen Transfer dafür gesorgt haben, dass dessen Kopf nicht mehr frei ist. «Es ist schwierig abzuschätzen, ob er sich davon beeinflussen lässt», sagt Huber, «ein Profi sollte aber damit klarkommen.»

Tami glaubt nicht, dass die Baissen einiger GC-Spieler bestimmte Ursachen haben. Er begründet sie mit ganz normalen Schwankungen. «So ist eben das Leben», sagt der Trainer.

Aktuelle Nachrichten