FC Aarau
GC schiesst sich gegen den FC Aarau aus der Krise

Der FC Aarau verliert nach einer schwachen Leistung gegen aggressive Zürcher 1:2. Die Mannschaft von Trainer Sven Christ enttäuscht gegen die Grasshoppers vor 5277 Zuschauern in allen Belangen.

Ruedi Kuhn (Text) und Dean Fuss (Liveticker)
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GCs Anatole Ngamukol, rechts, trifft zum zweiten Mal gegen den Aarauer Torhüter Joel Mall.
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GCs Mahmoud Kahraba freut sich über sein Tor zum 1:0.
Aarau Trainer Sven Christ muss sich warm anziehen.
GC-Trainer Michael Skibbe kann nach dem Sieg aufatmen.
Der Aarauer Igor Nganga, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Munas Dabbur.
Der Aarauer Joy-Slayd Mickels, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Stephane Grichting.
Der Zürcher Michael Lang, links, im Kampf um den Ball gegen den Aarauer Sven Lüscher.
Der Aarauer Igor Nganga, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Anatole Ngamukol.
GCs Yoric Ravet, links, im Kampf um den Ball gegen den Aarauer Igor Nganga.
Super League: GC - Aarau
Der Aarauer Marco Thaler, links, im Kampf um den Ball gegen den Zürcher Anatole Ngamukol.
Der Zürcher Munas Dabbur, links, im Kampf um den Ball gegen den Aarauer Sandro Burki.

GCs Anatole Ngamukol, rechts, trifft zum zweiten Mal gegen den Aarauer Torhüter Joel Mall.

Keystone

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Der FC Aarau hatte am Samstagabend beim Anstoss der Partie gegen GC zwar elf Spieler auf dem Platz, aber diese elf Spieler schienen in der Startphase von allen guten Geistern verlassen.

Natürlich machte GC von der ersten Sekunde an Druck. Natürlich war GC enorm zweikampfstark und aggressiv. Natürlich kombinierte GC gefällig. Natürlich sind Spieler wie Munas Dabbur, Anatole Ngamukol, Yoric Ravet und Mahmoud Kharaba dank ihrer individuellen Klasse in der Lage, den Unterschied auszumachen.

Aber wo, bitte schön, war der FC Aarau in Minute eins bis Minute zehn? Nirgends! Das Team liess sich von GC den Schneid abkaufen. Und mit Ausnahme der hektischen Schlussphase war vom Heimklub nichts zu sehen. Am guten Willen fehlte es nicht, nein, aber diese eine Tugend kann man von Berufsfussballern nun wirklich verlangen.

Aaraus rabenschwarzer Tag

Der FC Aarau zog also einen rabenschwarzen Tag ein. Joël Mall redete nach dem Schlusspfiff denn auch nicht um den heissen Brei herum. „Ich bin sehr enttäuscht, denn wir haben schwach gespielt“, sagte der Torhüter des FC Aarau.

Ganz anders als beim Verlierer war die Gefühlslage beim Sieger. GC-Trainer Michael Skibbe sprach von einer kämpferisch und spielerisch überzeugenden Leistung: „Endlich konnten wir das Niveau während der ganzen Spieldauer hoch halten“, sagte der Deutsche. „Die Erleichterung nach dem schlechten Saisonstart ist gross. Ich hoffe, dass uns diese Partie zurück in die Spur bringt.“

Kriegt GC nun die Kurve?

Vielleicht kriegt GC nach Wochen des Zauderns und Zögerns tatsächlich noch die Kurve. Auf den Erfolg gegen den FC Aarau darf sich Skibbes Mannschaft allerdings nicht viel einbilden. Christs Team verschlief die Anfangsminuten nämlich komplett. Ganz anders GC: Die Zürcher powerten von Beginn an und gingen nach sechs Minuten verdient in Führung. Nach einem Zweikampf zwischen Sandro Burki und Amir Abrashi flog der Ball zu Kharaba, der Mall mit einem Flachschuss aus acht Metern bezwang.

Nach einer Viertelstunde glich sich das Geschehen mehr und mehr aus, aber Christs Team war mit dem knappen Rückstand nach einer Dreiviertelstunde gut bedient. Mall bewahrte seine Mannschaft mit einem Reflex gegen den alleine auf ihn losstürmenden Ravet vor Schlimmerem. Der Franzose war es auch, der kurz vor dem Pausenpfiff in bester Abschlussposition am FCA-Goalie scheiterte.

Keine Aarauer Reaktion

Wer in der zweiten Hälfte eine Reaktion des FC Aarau erwartete, wurde enttäuscht, bitter enttäuscht: Nach einer Viertelstunde Langeweile war es erneut GC, welches die Initiative ergriff und die Entscheidung suchte. Dabbur hatte das 2:0 gleich dreimal auf dem Fuss, scheiterte aber am eigenen Unvermögen. Ngamukol, Michael Lang und Ravet taten es dem Israeli gleich. Kharaba fand in Mall seinen Meister.

Das 2:0 für GC lag in der Luft – und fiel dann auch: Ngamukol traf nach Zuspiel von Abrashi (80.). Plötzlich erwachte der FC Aarau: Juan Pablo Garats Anschlusstreffer nach einem Corner von Lüscher war aber nicht mehr als Resultatkosmetik. Und ganz ehrlich: Ein 2:2 wäre für die Aarauer zu viel des Guten gewesen. Viel zu viel.

Aarau - Grasshoppers 1:2 (0:1)
5277 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 6. Kahraba 0:1. 80. Ngamukol 0:2. 85. Garat 1:2.
Aarau: Mall; Nganga, Garat, Thaler, Jaggy; Burki, Lüscher; Andrist, Schultz (46. Mickels), Radice; Senger (32. Gygax).
Grasshoppers: Vasic; Lang, Jahic, Grichting, Pavlovic; Salatic, Abrashi; Kahraba (91. Bauer), Ngamukol, Ravet (78. Sinkala); Dabbur.
Bemerkungen: Aarau ohne Djuric, Feltscher, Gauracs, Jäckle (alle verletzt), GC ohne Davari, Ben Khalifa, Caio (alle verletzt). 31. Senger mit Oberschenkelverletzung ausgeschieden. Verwarnungen: 43. Salatic (Foul), 92. Lang (Unsportlichkeit), 94. Lüscher (Foul).

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