Mario Gavranovic, Ihr Handy ist dauernd besetzt. Werden Sie nun für Ihre Heldentat vom Mittwoch beim 3:1 gegen Valencia mit einem Interviewmarathon «bestraft»?

Mario Gavranovic: Es klingelt tatsächlich pausenlos. Wenn ich alle Anrufe annehmen würde, wäre ich morgen noch am Telefon.

Wovon haben Sie in der Nacht nach dem Spiel geträumt?

Vom Lattenschuss! Immer wieder ist mir dieser Lattenschuss aus der 90.Minute durch den Kopf gegangen.

Warum dieser Lattenschuss und nicht Ihr wichtiges Tor zum 2:1?

Weil ich mich sehr darüber geärgert habe, die Situation nicht besser ausgenützt zu haben. Ich sah, wie der Goalie weit vor seinem Tor stand, und versuchte es mit einem Heber. Ein zweites Tor wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

Na ja, immerhin haben Sie gleich in Ihrem ersten Champions-League-Spiel ein entscheidendes Tor gemacht. Das gelingt nicht jedem.

Natürlich, und ich freue mich ja auch. Es ist einfach unglaublich, dass ausgerechnet ich der Protagonist in einem Achtelfinal der Champions League gewesen bin.

Wen wünschen Sie sich in den Viertelfinals als Gegner?

Bloss nicht Barcelona. Die sind zu stark.

Aber Schalke hat Raúl. Es muss der Wahnsinn sein, im Sturm an der Seite dieser Legende zu spielen?

Für einen jungen Stürmer wie mich ist Raúl immer ein Idol gewesen. Unglaublich, dass ich mit ihm zusammenspielen darf. Ich kann noch in jedem Training von ihm eine Menge lernen. Er ist übrigens auch neben dem Fussballplatz ein wunderbarer Mensch.

Sie haben seit Ihrem Transfer von Xamax zu Schalke vor gut einem Jahr viel gelitten, bis Trainer Felix Magath entschieden hat, Ihre Zeit auf Schalke sei gekommen.

Ja, es war hart. Die Konkurrenz ist riesig. Aber ich habe mich nie hängen lassen und im Training alles gegeben. Jetzt werde ich belohnt für meinen Durchhaltewillen. Im Cup gegen Nürnberg ist mir ja auch gleich im ersten Pokalspiel ein Tor gelungen. Ich hoffe, dies macht die Zukunft etwas einfacher.

Eine Zukunft mit Magath?

Diese Frage darf mich jetzt nicht interessieren. Ich konzentriere mich nur auf meine Leistung.

Damit Sie in Berlin im Pokalfinal gegen Duisburg Titular sind.

Klar, da möchte jeder dabei sein. Das ist mein grosses Ziel.

Und dann hoffentlich auch die U21-EM in Dänemark.

Oh ja, ein ganz wichtiges Turnier. Ich will dort aber nicht bloss dabeisein, sondern mit dem Schweizer Team etwas reissen.

Sie sind schweizerisch-kroatischer Doppelbürger und werden hoffentlich nicht wie Ihr Freund Ivan Rakitic schon bald für Kroatien spielen?

Ich will noch nicht zu sehr an die A-Nati denken. Ich weiss aber, dass Ottmar Hitzfeld auf mich zählt und meine Chancen im Schweizer Team nicht schlecht stehen. Zumal Alex Frei im Sommer aufhört.