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Für 18 Millionen Franken: Xherdan Shaqiri wechselt zu Stoke City

Xherdan Shaqiri setzt seine Karriere wie erwartet in der Premier League fort. Der 23-jährige Schweizer Internationale unterschrieb bei Stoke City einen bis 2020 laufenden Vertrag.

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Xherdan Shaqiri wechselt zu Stoke City in die Premier League
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Xherdan Shaqiri ist sich mit Stoke City einig
Shaqiri unterzeichnete einen 5-Jahres-Vertrag, der ihm rund 4,5 Millionen Franken pro Jahr einspielt

Xherdan Shaqiri wechselt zu Stoke City in die Premier League

ho/twitter.com

Am frühen Dienstagabend konnte Stoke City den teuersten Einkauf seiner Vereinsgeschichte vermelden. Für 12 Millionen Pfund, rund 18,5 Millionen Schweizer Franken, wechselt Shaqiri von Inter Mailand zum Neunten der letzten Premier-League-Saison. Zusammen mit seinen neuen Teamkollegen wird sich der Basler in den kommenden Tagen auf das nächste Meisterschaftsspiel vom Samstag in London gegen Tottenham vorbereiten.

Den Saisonauftakt seines neuen Vereins hatte Xherdan Shaqiri zusammen mit seinem Bruder und Berater Erdin im Britannia Stadium gegen Liverpool (0:1) von der Tribüne aus verfolgt. "Ich sah, was für eine herrliche Atmosphäre im Stadion herrscht. Das war überwältigend", wird Shaqiri auf der Homepage von Stoke zitiert. Seit Sonntag war vermutet worden, dass der offensive Mittelfeldspieler in dieser Saison das Trikot der "Potters" tragen würde. Auch andere Vereine hatten sich für den ehemaligen Spieler vom FC Basel und Bayern München interessiert, etwa Everton und Newcastle in England oder Dortmund und Schalke in Deutschland.

Die Beharrlichkeit von Stoke City zahlte sich letztlich aus. Bereits im Juli hatte der Klub ein erstes Angebot eingereicht, dass Shaqiri aber ignoriert hatte. Nun dürfte ihn auch das näher rückende Ende der Transferperiode zum Meinungsumschwung bewogen haben. Bei Stoke City ist die Freude am Neuzugang gross. CEO Tony Scholes meinte: "Es ist kein Geheimnis, dass wir uns schon seit längere Zeit um ihn bemüht hatten. Nun sind wir begeistert, dass wir ihn verpflichten konnten. Xherdan wird eine fantastische Ergänzung zu unserem Kader sein."

Auch Shaqiri zeigte sich nach der Vertragsunterzeichnung hoch zufrieden: "Ich kann es kaum erwarten, meine neuen Teamkollegen kennenzulernen und erstmals für den Klub aufzulaufen. Es fühlt sich grossartig an, ein 'Potter' zu sein." Stoke City ist keiner der klingenden Namen im europäischen Fussball und deshalb eine überraschende Wahl für den nicht nur in der Schweiz hoch eingestuften Shaqiri. Hätte er 2012 von Basel zu Stoke gewechselt, wäre die Verwunderung gross gewesen. Doch nach den mühevollen letzten Monaten stand er weniger hoch im Kurs als auch schon. Er ist für seinen weiteren Karriereverlauf vor allem auf Einsatzminuten angewiesen. Die wird er beim englischen Mittelfeldklub fraglos erhalten.

Der Klub aus der 250'000 Einwohner zählenden Stadt Stoke-on-Trent in den West Midlands gewann 1972 den Ligacup und stand 2011 im Final des FA-Cups. 2008 kehrte er zuletzt in die Premier League zurück und qualifizierte sich 2011 für die Europa-League-Gruppenphase, unter anderem dank einem Erfolg gegen den FC Thun. Die vordersten Tabellenplätze in England dürften für Stoke City angesichts der Konkurrenz unerreichbar sein.

Bekannte Namen findet man im Kader von Stoke aber durchaus, etwa die Engländer Peter Crouch und Glen Johnson, den Holländer Ibrahim Afellay, den Nigerianer Peter Odemwingie, den Österreicher Marko Arnautovic oder den Spanier Bojan Krkic - alles Akteure mit Länderspiel-Erfahrung. Für den walisischen Trainer Mark Hughes, früher Stürmer bei Manchester United, Chelsea, Bayern München und Barcelona, ist klar, dass Shaqiri eine Bereicherung ist: "Er ist dynamisch und explosiv, er wird etwas Neues in die Gruppe einbringen."

Shaqiri steht nicht nur wegen der Vorschusslorbeeren unter Druck. Der Basler kam zuletzt bei seinen Vereinen nicht auf Touren. Der 46-fache Internationale hatte erst im letzten Januar Bayern München Richtung Inter Mailand verlassen. In der Lombardei konnte er aber Trainer Roberto Mancini nicht von sich überzeugen. Bei insgesamt 20 Einsätzen stand er 13 Mal in der Startelf und erzielte dabei drei Tore. Nach einem halben Jahr wurde ihm bereits deutlich gemacht, dass er sich einen neuen Klub suchen solle.