Am Ende war dieses Spiel der Schweizer gegen Spanien der klassische Fall für die Sinnfrage, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. "Mit dem Resultat bin ich zufrieden, aber nicht ganz mit dem, was wir über die 90 Minuten gezeigt haben. Es gibt noch ein paar Baustellen", so Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Vor allem die ersten 20 bis 30 Minuten haben dem Tessiner nicht gefallen. "Wir hätten mehr präsent sein müssen, weil der Gegner stark ist, wenn er den Ball hat." Sie seien etwas verunsichert ins Spiel gegangen und hätten so den Gegner "noch grösser" gemacht. "Unsere Gegner sind schon wegen ihren eigenen Qualitäten stark. Dann müssen wir sie nicht noch besser machen."

Petkovic hatte aber auch Verständnis, dass in Villarreal nicht alles rund gelaufen ist. Nach der intensiven ersten Trainingswoche im Tessin habe die "läuferische Arbeit schon etwas Schwierigkeiten gemacht". Letztlich habe man auch wegen der vielen Wechsel etwas Mühe mit dem Rhythmus gehabt, aber man sei trotzdem bis zum Schluss "kompakt geblieben und habe Positivität gezeigt".

Apropos Wechsel: Petkovic hatte nach der Pause in der Offensive eine Rochade vorgenommen und Xherdan Shaqiri nach der Einwechslung von Breel Embolo zentraler spielen lassen. Petkovic wollte diese Veränderung nicht überbewerten. "In einem Freundschaftsspiel kann man immer etwas ausprobieren." Richtig in Schwung kam das Schweizer Angriffsspiel aber auch dadurch nicht. Oder wie Petkovic das Experiment beurteilte: "Das Glas ist halb voll."

Auch Petkovic hat gesehen, dass der Ausfall von Granit Xhaka nicht zu kompensieren war. Der Taktgeber im Mittelfeld hatte nach der am Donnerstag im Training erlittenen Knieprellung am Samstag wieder ein paar Übungen mit dem Team gemacht. Gegen Spanien riskierten die Schweizer einen Einsatz nicht. Aber am kommenden Freitag, gegen Japan in Lugano im letzten Testspiel vor der WM, dürfte Xhaka wieder dabei sein. Petkovic: "Ich gehe davon aus, dass Xhaka am Dienstag wieder richtig trainieren kann."