1) Manchester United kommt in Fahrt

Bevor sich die Young Boys und Manchester United am Mittwoch zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison gegenüberstehen, mussten sie am Wochenende kräftezehrende Auswärtsspiele bestreiten. Beide aber gewannen ihre Partien knapp und werden mit Selbstvertrauen ins Stade de Suisse einlaufen. Auf dem Papier die viel schwierigere Aufgabe hatte Manchester United zu lösen.

Die Red beziehungsweise am Samstagabend in Rosa auflaufenden Devils trafen an der Vicarage Road auf den FC Watford, der die ersten vier Spiele dieser Premier-League-Saison alle gewonnen hatte, während der Rekordmeister in der zweiten und dritten Runde Brighton und Tottenham unterlegen war. Nachdem er vor der Länderspielpause bereits in Burnley 2:0 gewonnen hatte, legte er nun aber nach und kam zu einem 2:1-Erfolg. Es war sage und schreibe der 15. Sieg gegen Watford in den letzten 16 Spielen.

Allerdings hatte die United in den letzten 20 Minuten enorm zu leiden, als sich die «Hornissen» mit aller Kraft gegen die erste Niederlage stemmten und die Gäste – Nemanja Matic sah kurz vor Schluss noch gelb-rot – unter grossen Druck setzten. Am Ende aber reichten die Tore von Romelu Lukaku und Chris Smalling innerhalb von drei Minuten vor der Pause für den Sieg.

Mourinhos Lob für Lukaku

Der Belgier Marouane Fellainini war zwar in beide Tore involviert, doch der Franzose Paul Pogba hatte in seinem 100. Spiel für den Klub den Rhythmus bestimmt. Weil Lukaku den in die Kritik geratenen Trainer José Mourinho in einem Interview in Schutz genommen und für die gute Arbeit gelobt hatte, revanchierte sich der Portugiese nun mit einem Sonderlob für seinen belgischen Stürmer: Er sei mit seiner aufopferungsvollen Defensivarbeit ein Vorbild für sein Team gewesen.

Lukaku hat nun in 39 Premier-League-Spielen 20 Tore für die United erzielt. Nur Ruud van Nistelrooy (26), Robin van Persie (32) und Dwight York (34) hatten weniger Partien für diese Marke gebraucht. Manchester hatte mit De Gea im Tor, Valencia, Smalling, Lindelöf und Young in der Abwehr, Matic, Fellaini und Pogba im Mittelfeld sowie Lingard, Lukaku und Sanchez begonnen. Mourinho kündigte an, gegen YB werde Shaw für Young verteidigen.

2) YB leidet beim Sieg in Schaffhausen

Hart zu beissen und viel zu leiden hatten auch die Young Boys im Schweizer Cup. Wie schon in der ersten Runde in Biel mussten sie auch in Schaffhausen in die Verlängerung. In dieser waren sie die frischere Mannschaft und ersparten sich mit dem 3:2-Siegtreffer zwei Sekunden vor Schluss das Penaltyschiessen. Dem Tor von Ali Camara war allerdings ein Foulspiel vorausgegangen. «Wir haben Moral gezeigt und etwas Glück gehabt», sagte Gerardo Seoane, der Kevin Mbabu geschont hatte. «Längst nicht alles war gut heute Abend», sagte der YB-Trainer und erwartet gegen ManUnited eine Leistungssteigerung. Aber: YB gewinnt nun eben auch Spiele, die es früher garantiert verloren hätte.

YB-Trainer Gerardo Seoane schonte Kevin Mbabu (Bild) im Cup. Fast wäre YB ausgeschieden.

YB-Trainer Gerardo Seoane schonte Kevin Mbabu (Bild) im Cup. Fast wäre YB ausgeschieden.

3) GC blamiert sich am Genfersee

Die Grasshoppers sind im Cup gegen den Drittligisten Stade Nyonnais auf der Strecke geblieben. Sie unterlagen dem Waadtländer Spitzenklub, der unbedingt von der Promotion League in die Challenge League aufsteigen will, mit 1:3. Wer allerdings gesehen hatte, wie pomadig und lustlos die Zürcher unter der Woche im Testspiel gegen Aarau aufgetreten waren, wundert sich über diesen Misserfolg nicht. Am Ende wurden sie von den Fans zur Rede gestellt und Trainer Thorsten Fink entschuldigte sich mit einem Megafon. «Es tut mir leid», sagte der Deutsche, «meine Spieler habe es aber nicht extra gemacht. Sie geben ihr Bestes. Das war heute jedoch nicht so gut.»

GC-Trainer Thorsten Fink entschuldige sich nach dem desaströsen Cup-Out bei den mitgereisten GC-Fans.

  

4) Sion siegt nach dem Theater um Jacobacci

Nach dem durchzogenen Saisonstart sorgte der Sittener Präsident Christian Constantin wieder einmal für Schlagzeilen. Kurz vor dem Cupspiel in Lausanne beurlaubte er den Trainer Maurizio Jacobacci, weil dieser im Kurztrainingslager ein Teambuilding-Programm zusammengestellt hatte, welches Constantin nicht passte. Paintball bezeichnete er als Dummheit und beorderte Assistenztrainer Christian Zermatten auf die Trainerbank. Mit Glück siegten die Walliser durch ein Tor von Moussa Djitté 1:0, und es ist nicht anzunehmen, dass Jacobacci zurückkehrt. «Er hat mich erneut verärgert, weil er unseren Videoanalysten anwies, dem Team die Bilder vorzuenthalten», sagte Constantin.

Es herrscht dicke Luft zwischen Christian Constantin (links) und Maurizio Jacobacchi.

  

5) Nati-Spieler wie auch Ronaldo in Torlaune

Ein paar Tage, nachdem sie beim Länderspiel in England (0:1) ohne Durchschlagskraft geblieben waren, zeigten einige Nationalspieler in ihren Klubs, dass sie Tore schiessen können. Granit Xhaka traf mit einem Freistoss für Arsenal beim 2:1 in Newcastle zum 1:0, Admir Mehmedi rettete Wolfsburg mit seinem Tor zum 2:2 gegen Hertha einen Punkt und Breel Embolo schoss für Schalke ein Prachttor, konnte aber die dritte Niederlage in Serie nicht verhindern. Auch Haris Seferovic traf beim 4:0 von Benfica gegen CD Nacional. Da konnte der Portugiese Cristiano Ronaldo den Schweizern nicht nachstehen. Beim 2:1 gegen Sassuolo traf er erstmals für Juve, und sogar gleich doppelt.

Cristiano Ronaldo trifft aus kurzer Distanz erstmals für Juventus Turin.