1. Die wundersame Wandlung des FCZ

Nach vier Super-League-Spielen ohne Sieg ist der FC Zürich auf die Erfolgsstrasse zurückgekehrt. Seine Leistung beim 5:2 in Luzern zeigte, dass er für das Europa-League-Spiel am Donnerstag in Leverkusen parat ist. Dort besteht die Chance, sich schon am vierten Spieltag der Gruppenphase für die Sechzehntelfinals zu qualifizieren.

Der FC Zürich ist jetzt plötzlich vorne stark und hinten schwach.

Der FC Zürich ist jetzt plötzlich vorne stark und hinten schwach.

Die Entwicklung des FCZ ist in doppelter Hinsicht erstaunlich: Nachdem er in den ersten neun Meisterschaftsspielen nur acht Tore zustande gebracht hatte und mit Dwamena und Frey zwei Stürmer den Klub verlassen hatten, traf er in den nächsten vier Partien nicht weniger als zwölf Mal. Dafür ist er in der Defensive anfälliger geworden. Nach acht Gegentoren in neun Partien hat er nun in vier Spielen deren zehn kassiert. Der FCZ präsentiert sich
wie ein umgekehrter Handschuh.

Keine besondere Zierde für die Liga ist dagegen der FC Sion. War das Tourbillon in früheren Zeiten eine uneinnehmbare Festung, kommen die Gastklubs heute gerne ins Wallis. Gerade ein Mal hat Sion zu Hause gewonnen, unter Murat Yakin aber noch nie.

Konnte bisher noch kein Wunder bewirken: Sion-Trainer Murat Yakin.

Konnte bisher noch kein Wunder bewirken: Sion-Trainer Murat Yakin.

Überhaupt: Der neue Besen hat noch nicht viel bewirkt. Fünf Punkte aus sechs Spielen sind eine magere Bilanz, die Sittener gehören mit GC und Xamax zu einem Trio am Tabellenende mit 11 Punkten. Dass die Walliser die Partie gegen St. Gallen durch ein Eigentor von Neitzke 0:1 verloren, bedeutet nicht, sie hätten Pech gehabt. Es hätte auch ein 0:3 geben können. Mit diesem Ergebnis hatte sich YB am Tag zuvor gegen GC für die Aufgabe in Valencia warmgespielt.

2. Valencia kommt nicht vom Fleck

Zwar standen am Ende die drei hochkarätigen Stürmer Rodrigo, Michy Batshuayi und Kevin Gameiro alle auf dem Platz wie auch der für 40 Millionen Euro vom PSG verpflichtete portugiesische Offensivspieler Gonçalo Guedes. Dennoch stand für den FC Valencia wieder einmal die Null. Schlimmer noch: Nach zuletzt drei Unentschieden setzte es im Heimspiel gegen Girona eine 0:1-Niederlage ab. Erst die zweite zwar, aber weil Valencia eben auch acht Mal nur unentschieden spielte und erst einen einzigen Saisonsieg aufweist, sieht es in der Tabelle schlecht aus. Zwei Punkte beträgt das Polster auf einen Abstiegsrang. Kann YB am Mittwoch vom anhaltenden Formtief Valencias profitieren und den ersten CL-Sieg realisieren?

3. Xhaka vs. Shaqiri 1:1 – Schär spielt und siegt

Ganz nah dabei, aber nicht mittendrin war Xherdan Shaqiri während 80 Minuten beim Spitzenspiel zwischen Arsenal und dem FC Liverpool. Und kaum war er dann doch mittendrin, kassierten seine Reds im Emirates Stadion den 1:1-Ausgleich durch Lacazette. Das hatte aber nichts mit Shaqiri zu tun, der fast noch zum Helden geworden wäre, als er mit einem feinen Zuspiel Mané die grosse Chance zum 2:1 ermöglichte.

Shaquiri wäre im Spiel gegen Arsenal beinahe noch zum Helden geworden.

Shaquiri wäre im Spiel gegen Arsenal beinahe noch zum Helden geworden.

Bei Arsenal machte Granit Xhaka im Mittelfeldzentrum ein gutes Spiel, nachdem er zuletzt zwei Mal als Linksverteidiger aufgelaufen war. Ein Erfolgserlebnis hatte für einmal Fabian Schär von Newcastle United. In der Halbzeit des Spiels gegen Watford wurde er eingewechselt und durfte dann über einen 1:0-Sieg jubeln.

4. Rückschlag für Bayer Leverkusen

In der Bundesliga erlebt Bayer Leverkusen eine Achterbahnfahrt vom Feinsten. Nachdem Trainer Heiko Herrlich vor der Entlassung gestanden war, siegte seine Mannschaft zuerst sensationell mit 6:2 in Bremen und dann unter der Woche im Pokal mit 5:0 bei Borussia Mönchengladbach.

Lucien Favre hat Grund zur Freude: sein BVB holt sich den Klub-Startrekord von 15 Pflichtspielen ohne Niederlage.

Lucien Favre hat Grund zur Freude: sein BVB holt sich den Klub-Startrekord von 15 Pflichtspielen ohne Niederlage.

Am Samstag dann der Rückschlag: Trotz einer ordentlichen Leistung verlor Bayer zu Hause gegen Hoffenheim 1:4. Da hat Lucien Favre bei Borussia Dortmund viel mehr Grund zur Freude. Mit dem 1:0-Sieg in Wolfsburg – mit Bürki und Akanji – holte sich der BVB den Klub-Startrekord von 15 Pflichtspielen ohne Niederlage und baute die Tabellenführung auf vier Punkte aus. Am nächsten Samstag kommt es nun zum grossen Showdown mit Bayern.

5. Frau Müller entschuldigt sich

Beim FC Bayern liegen offenbar nicht nur bei den Funktionären die Nerven blank. Nach der Medienschelte der Herren Hoeness und Rummenigge sorgte jetzt eine Spielerfrau für Schlagzeilen. Weil Trainer Niko Kovac Nationalspieler Thomas Müller auf die Ersatzbank gesetzt hatte, sah sich dessen Ehefrau Lisa Müller genötigt, auf Instagram eine hämische Bemerkung zu posten. «Mehr als 70 Minuten, bis der mal einen Geistesblitz hat», schrieb sie nach der Einwechslung ihres Thomas. Dieser fand hinterher die Aktion von Lisa nicht super, die sich noch im Stadion bei Kovac entschuldigte. 2015 hatte sich die Ehefrau des Aarauer Trainers Livio Bordoli auf Facebook Luft verschafft: «Bordoli ist gut, die Spieler sind Nullen.»