In St. Gallen sind Krisensymptome zu beobachten. Der verunsicherte FCSG rutscht von einer Enttäuschung in die nächste. Im Gegensatz zum FCZ, der nicht mehr in die gegnerischen Tore trifft, ist bei den Ostschweizern das Hauptproblem in der Defensive angesiedelt. In den letzten fünf Ernstkämpfen hat die Equipe von Jeff Saibene 15 Gegentreffer kassiert. Dass die Misere ausgerechnet heute gestoppt werden kann, ist fraglich. Denn es gastieren die Young Boys in der AFG-Arena, die in der Meisterschaft seit 13 Partien ungeschlagen sind.

YB-Trainer Uli Forte meinte vor der Reise zu seinem Ex-Klub, dass sein Verein unbedingt parat sein wolle, wenn sich Basel (spielt am Sonntag gegen den FCZ) einen Ausrutscher erlauben sollte. Bis dato konnten die Berner noch nicht durchschlagend profitieren, als die "Bebbi" mal schwächelten. Forte warnte aber gleichzeitig vor der heutigen Aufgabe: "Angeschossene Gegner sind oft die gefährlichsten." Sein Antipode Jeff Saibene sehnt sich herbei, dass seine Schützlinge die zahlreichen individuellen Fehler abstellen. Angekündigt hat er, dass er bei der Nomination der Startaufstellung im Vergleich zum Cup-Out gegen Basel nicht alles auf den Kopf stellen möchte.

St. Gallen befindet sich als Fünfter wie Thun als Vierter mitten im harten Kampf um die Qualifikation fürs internationale Geschäft. Bei der Vergabe der Plätze für die Europa-League-Ausscheidung kündigt sich Spannung an - auch wegen einer neuen UEFA-Regel. Früher hätte sich der FC Sion nur schon dank der Cupfinal-Teilnahme über den Europacup-Einzug freuen können, jetzt aber müssen die Walliser den K.o.-Wettbewerb gewinnen, um via den Cup in der nächsten Saison international vertreten zu sein. Bei einer Niederlage im Cupfinal vom 7. Juni müsste Sion in der Super League mindestens Fünfter werden, um im Europacup Ambitionen hegen zu dürfen. Das heisst, die Walliser, die diesen Sonntag in Aarau zu Gast sind, müssten in der Meisterschaft in den zehn ausstehenden Runden noch zwei Positionen gutmachen. St. Gallen ist sechs Punkte entfernt.