FC Basel

Fischer: «Man muss vorsichtig damit sein, alles auf Hoegh zu fokussieren»

Die Niederlage gegen den FC Sevilla nagt noch immer stark an Chefcoach Urs Fischer.

Die Niederlage gegen den FC Sevilla nagt noch immer stark an Chefcoach Urs Fischer.

Einen Tag nach der Niederlage gegen Sevilla spricht FCB-Coach Urs Fischer von einem nicht so schlechten Spiel und davon, dass Daniel Hoegh nicht der Alleinsünder sei. Und auch zu Breel Embolo hatte er noch etwas zu sagen.

«Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spass gehabt», sagt Urs Fischer und verabschiedet nach der Landung die mitgereisten Fans. So viel Anstand muss sein, auch wenn man Fischer ansieht und anmerkt, dass ihm nicht nach guter Laune zu Mute ist. Die Niederlage vom Donnerstagabend und das damit verbundene Ausscheiden gegen den FC Sevilla in den Achtelfinals der Europa League wiegen noch zu schwer.

So sagt Fischer auch: «Es nagt grausam, es wäre mehr möglich gewesen. Wir haben in wichtigen Momenten die falsche Entscheidung getroffen», spricht er die Situationen vor den drei Gegentreffern an. Die erste Halbzeit sei in seinen Augen gut, teilweise sogar sehr gut gewesen. Sevilla habe zwar Druck gemacht, aber sei bis zum ersten Tor nicht zwingend gewesen. «Wir haben dann einfach schlecht verteidigt. Ich meine, wie ist es möglich, dass einer in so einem Gedränge einen Hechtkopf machen und das Tor erzielen kann?» Auch das zweite Tor sei unglücklich gewesen und das dritte dann nur noch die Krönung.

Im Gespräch wird mehrfach deutlich, wie sehr die Niederlage wiegt. Nicht nur seine Worte, sondern auch die Gestik von Fischer spricht Bände. «Wir haben uns vorgenommen, diese Runde zu überstehen, und das haben wir nicht geschafft.» Die Schuld darauf zu schieben, dass Sevilla enorm stark sei, sei der falsche Ansatz. «Sonst könnten wir das immer sagen. Und man sollte nicht zu sehr auf den Gegner schauen.» Schliesslich habe man zu Hause gezeigt, dass man auch gegen Sevilla bestehen könne.

Schutz für Hoegh

Im Rückspiel war dem dann aber nicht so, vor allem auch, weil Daniel Hoegh ein Unglücksrabe war und gleich drei Mal patzte und damit die drei Tore verschuldete. Aber Fischer nimmt ihn einen Tag nach dem Spiel in Schutz: «Ich habe mir das Spiel noch nicht anschauen können am Fernseher. Aber man muss bei den Toren schon schauen, ob Hoegh wirklich an allen Schuld hat. Man muss auch schauen, wer ihn in diese Situation bringt.» Der FCB-Coach sagte auch, dass er in seiner eigenen Karriere auch schon die genau gleichen, falschen Entscheide getroffen habe. «Deshalb kann ich es nachvollziehen.»

Am Ende sei es im Fussball schliesslich immer eine Kettenreaktion von Fehlern. «Deshalb muss man vorsichtig sein, alles auf die Personalie Hoegh zu fokussieren», so Fischer. Was die Personalie Breel Embolo angeht, hatte Fischer ebenfalls eine klare Meinung: «Grundsätzlich will ich nicht erklären, wieso er nicht von Beginn an gespielt hat. Aber ich würde es noch einmal genau so machen.» Es habe, nach der starken Leistung im Hinspiel gegen Sevilla, keinen Anlass gegeben, die Startelf zu ändern. Damals fehlte Embolo noch gesperrt. «Ich kann doch auch nicht eine ganze Mannschaft umbauen, nur damit ein Spieler tschutten kann. Breel muss sich da auch unterordnen.»

Viel mehr wollte Fischer zu der Partie, die ihn offenbar sehr enervierte, nicht mehr sagen.  «Wir müssen jetzt einfach irgendwie diese Niederlage aus den Köpfen bekommen.» Viel Zeit bleibt dazu nicht. Schon am Samstagmorgen steht das nächste Training und im Anschluss die Reise nach Sion an. Dann muss der Kopf wieder frei und das Team bereit für drei Punkte sein.

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