Wie das Gericht am Samstag mitteilte, soll über einen weiteren Antrag des argentinischen Vereins, den Finalgegner River Plate zu disqualifizieren, zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Die Boca Juniors hatten bereits vergeblich vom südamerikanischen Verband (CONMEBOL) verlangt, den wichtigsten Titel in Südamerikas Klubfussball ohne Rückspiel zugesprochen zu erhalten.

Das Hinspiel zwischen den Erzrivalen im Boca-Stadion war am 11. November 2:2 ausgegangen. Vor dem ursprünglich am 24. November angesetzten Rückspiel kam es zu dermassen heftigen Fan-Krawallen, dass die Partie kurzfristig verschoben und schliesslich abgesagt werden musste. Der Mannschaftsbus der Boca Juniors war kurz vor der Ankunft im Monumental-Stadion von Fans unter anderem mit Steinen beworfen worden. Mehrere Spieler wurden verletzt und hätten nicht antreten können. In Madrid sollen tausende Sicherheitskräfte erneute Ausschreitungen verhindern.

Die Vereinsverantwortlichen der Boca Juniors berufen sich bei ihrem Begehren unter anderen auf einen ihrer Meinung nach vergleichbaren Fall von 2015. Damals waren Profis von River Plate nach der Halbzeitpause im Spielertunnel von Boca-Fans mit Pfefferspray attackiert worden, worauf die Partie abgebrochen wurde. Der südamerikanische Verband wertete das Spiel anschliessend für River Plate, Boca wurde aus der Copa Libertadores ausgeschlossen.