Schmiergelder
Fifa-Funktionäre sollen über eine Million erhalten haben

Einmal mehr wird die Fifa mit Korruptionsvorwürfen in Verbindung gebracht. Das deutsche Fernsehen ARD beschuldigt in einer Reportage Mitglieder des Fifa-Vorstands. Auch Präsident Sepp Blatter wird kritisert.

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Die Fifa und ihr Präsident Sepp Blatter weisen alle Vorwürfe von sich.

Die Fifa und ihr Präsident Sepp Blatter weisen alle Vorwürfe von sich.

Keystone

Einen Monat vor der Fifa-Präsidentschaftswahl berichtet die ARD in ihrer Reportage «Der verkaufte Fussball. Sepp Blatter und die Macht der Fifa» über angebliche Schmiergeldangebote an Mitglieder des Exekutivkomitees bei den WM-Vergaben 2018 und 2022.

Die frühere Mitarbeiterin der erfolgreichen WM-Bewerbung Katars, Phaedra Almajid, nannte in der am Montag gesendeten TV-Dokumentation namentlich die aktuellen oder früheren Mitglieder des FIFA-Vorstands Issa Hayatou, Jacques Anouma und Amos Amadu.

Die Afrikaner sollen vom Emirat vor der Vergabe des Turniers 2022 je 1,5 Millionen Dollar für ihre WM-Stimme angeboten bekommen haben, behauptet Almajid. Hayatou und Anouma wollten sich nicht äussern. Amadu, der wegen anderer ethischer Verfehlungen bereits von der FIFA gesperrt wurde, sagte: «Es ist alles vorbei, lassen wir doch die Vergangenheit Vergangenheit sein.»

Zudem soll der zyprische Geschäftsmann und Fifa-Vorstand Marios Lefkaritis in dubiose Geschäfte mit den künftigen Organisatoren Russland und Katar verwickelt gewesen sein, berichtet die ARD. Lefkaritis räumte Geschäfte seiner Firma mit einem Tochterunternehmen der russischen Energiefirma Gazprom ein. «Wir reden hier von glasklaren Geschäften. Das ist Teil des Familiengeschäftes», sagte er. Korruptionsvorwürfe wies er von sich.

Fifa-Präsident Blatter wollte sich nach ARD-Angaben nicht zu den Vorwürfen äussern. Die Fifahat diverse Vorwürfe gegen Katar, Russland und seine Exekutive durch seine Ethikkommission prüfen lassen und das Verfahren für beendet erklärt. Almajid wurde im Zuge dieser Untersuchungen als nicht glaubwürdig erachtet. Dies wurde international heftig kritisiert.