Die Fifa steht unter Druck: unmenschliche Arbeitsbedingungen in Katar, die Krise auf der Krim und erneute Korruptionsvorwürfe. Am Freitag hat das Fifa-Exekutivkomitee rund um Präsident Sepp Blatter über die Situationen informiert. Der Medienkonferenz vorausgegangen ist eine zweitägige Sitzung des Komitees am Fifa-Hauptsitz in Zürich.

Zu den Korruptionsvorwürfen, welche die englische Tageszeitung «Telegraph» zu Beginn der Woche aufgeworfen hatte, nahm Blatter keine Stellung. Sichtlich genervt, verwies er darauf, dass sich die Ethikkommission mit dem Fall beschäftigt.

Im Bestechungsfall geht es laut «Telegraph» um die Vergabe der WM 2022 in Katar. Es seien kurz nach der Entscheidung zwei Millionen Dollar an den ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner bezahlt worden.

Mindestens 4000 Tote in Katar

Im Fokus der Kritik steht Katar auch wegen der unmenschlichen Arbeitsverhältnisse auf den WM-Baustellen. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) schreibt in einem Bericht von 4000 toten Wanderarbeitern. In der Mittwochsausgabe der deutschen Zeitung «Sport Bild» forderte der deutsche Gewerkschaftsboss Michael Sommer gar, Katar die WM zu entziehen.

Mit dem IGB-Bericht hat sich auch das Exekutivkomitee befasst. Theo Zwanziger, der beauftragt wurde, sich um die Situation zu kümmern, sagte: «Mein Eindruck ist, dass die Verantwortlichen erkennen, wie wichtig es ist, die Situation in Katar zu verbessern.»

Blatter ergänzt: «Wir tragen einen Teil der Verantwortung, können aber nicht in politische Prozesse eingreifen. Letztlich liegt die Verantwortung bei den Unternehmen, welche die Arbeiter beschäftigen.» Der 78-jährige Walliser fordert einen offenen Dialog mit Katar.

Rekordgewinn

Derweil gibt es trotz der politischen Unruhen zwischen Russland und der Ukraine nichts daran zu rütteln, dass die Weltmeisterschaft 2018 in Russland stattfinden wird. «Die WM in Russland wird stattfinden, denn so wurde es entschieden. Wir fahren mit unserer Arbeit fort», so Blatter.

Die Fifa nutzte die Medienkonferenz auch dafür, den Finanzbericht vorzulegen. Noch nie hat der Fussball-Weltverband so viel Gewinn gemacht wie im Jahr 2013: 72 Millionen Dollar wurden in die Fifa-Kasse gespült. Die Reserven betragen damit 1,4 Milliarden Dollar.