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FCZ trotzt Walliser Härte und siegt 3:1

Nach sechs Partien ohne Sieg im Tourbillon sichern Tore von Chiumiento und Etoundi (2) den Gästen drei Punkte.

Markus Brütsch
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Frank Etoundi durfte sich als Doppeltorschütze feiern lassen.

Frank Etoundi durfte sich als Doppeltorschütze feiern lassen.

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Der FC Zürich hat im Spiel eins nach der schweren Verletzung von Regisseur Gilles Yapi eine beeindruckende Reaktion gezeigt und sich mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Sion an die Tabellenspitze der Super League gesetzt. Der FC Basel kann heute gegen Aarau allerdings die Leaderposition zurückholen.

Der Sieg des FCZ vor 8500 Zuschauern im Tourbillon war leistungsgerecht. Er war spielerisch die bessere Mannschaft und brauchte nur einmal etwas Glück. Dies, als sein Goalie David Da Costa den Ball nach einem Schuss aus kurzer Distanz von Vincent Rüfli mit einer guten Reaktion an den Pfosten lenkte (66.). «Wir haben sonst aber nicht viele Chancen zugelassen», sagte Trainer Urs Meier, «und vorne mit Effizienz die Tore geschossen. Wir wollten unbedingt die drei Punkte – auch für Gilles Yapi.»

Der FC Sion hatte gleich in der Startphase versucht, den spielstarken Gästen den Tarif zu erklären und ihnen den Schneid abzukaufen. Michael Perrier und Vilmos Vanczak sahen nach derben Fouls die gelbe Karte; die Attacke des Ungarn gegen Yassine Chikhaoui war gar derart grob, dass es unverständlich ist, weshalb er vom bestens postierten Schiedsrichter Alain Bieri nicht vom Platz gestellt wurde. Dass die Zürcher nach dem verhängnisvollen Foul von Sandro Wieser an Yapi die Welt nicht verstanden, war nachvollziehbar. Es gehört nun mal zu den Aufgaben des Referees, die Spieler vor Raubeinen zu schützen, die fahrlässig die Gesundheit des Gegners aufs Spiel setzen. «Vanczak hätte vom Platz gestellt werden müssen», sagte Nationalspieler Marco Schönbächler.

Sion war sichtlich bestrebt, nach dem 1:2 in Bern gegen YB nicht noch einmal zu verlieren und seinen Aufwärtstrend unter dem Trainerduo Admir Smajic und Jochen Dries nicht endgültig gestoppt zu sehen. Die Walliser zeigten keine schlechte Leistung und Schönbächler räumte ein: «Sion hat es uns schwer gemacht.»

Was zwar über weite Strecken des Spiels zutreffen mochte, nicht aber für die Szene vor dem zweiten Treffer des FC Zürich. Sion befand sich nämlich im Tiefschlaf, als zwei Minuten vor der Pause der junge Aufbauer Francisco Rodriguez die Situation clever erfasste und einen Freistoss so schnell ausführte, dass die Gastgeber nicht wussten, wie ihnen geschah. Franck Etoundi nützte dies zum 2:1, der Ball wurde von Vanczak noch abgelenkt. «Das war für uns der Nackenschlag», sagte Dries hinterher. «Wir waren drauf und dran gewesen, das Spiel auf unsere Seite kippen zu lassen», sagt der Sittener Trainer. «Es ist mir unerklärlich, wie wir dann einen solchen Fehler machen konnten.»

Zuvor hatten die Zürcher eine ausgezeichnete Antwort auf die Walliser Härte gefunden. Chikhaoui hatte einen Ball mit der Brust für Davide Chiumiento aufgelegt, der an seinem 30. Geburtstag zu seinem sechsten Saisontreffer und zum 1:0 für den FCZ traf (20.). Doch Sion kämpfte sich ins Spiel zurück und kam nach 35 Minuten zum 1:1-Ausgleich. Ivan Kecojevic hatte Moussa Konaté nur zögerlich angegriffen und Da Costa danach den Schuss des Afrikaners vor die Füsse von Dario Vidosic prallen lassen, der ins Netz traf.

Auf den zweiten Rückstand allerdings hatte Sion dann keine Replik mehr und die Zürcher, die nach 57 Minuten durch Amir Kajevic nur den Pfosten getroffen hatten, machten durch Etoundi mit dem 3:1 (79.) alles klar.

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