Fussball
FCZ holt einen Punkt: Mit 1:1 gegen Mönchengladbach gut bedient

Borussia Mönchengladbach ist vor 18500 Zuschauern im Letzigrund klar besser. Trotzdem schafft es der FC Zürich einen Punkt zu ergattern.

Markus Brütsch
Drucken
Teilen
Der gefährlichste Zürcher: Marco Schönbächeler (m.)setzt sich gegen zwei Gladbacher durch. Keystone

Der gefährlichste Zürcher: Marco Schönbächeler (m.)setzt sich gegen zwei Gladbacher durch. Keystone

24 Stunden nach dem Triumph des FC Basel über Liverpool in der Champions League erreichte der FC Zürich gegen Borussia Mönchengladbach in der zweiten Runde der Europa League zwar ein achtbares Unentschieden, doch von einem Exploit und dem ersten Sieg im zehnten Versuch gegen einen Bundesligisten war er weit entfernt. Ja, die Zürcher ohne ihren gesperrten Captain Yassine Chikhaoui waren den Gladbachern gar so krass unterlegen gewesen, dass sie am Ende mit dem 1:1 ausserordentlich gut bedient waren. Sie hatten es ihrem überragenden Goalie David Da Costa zu verdanken, dass es nach der 2:3-Niederlage bei Apollon Limassol nicht einen weiteren Misserfolg absetzte. «Wir haben solidarisch gekämpft und einen starken Torhüter und Wettkampfglück gehabt», sagte Trainer Urs Meier.

Der Mönchengladbacher Trainer Lucien Favre hatte mit seiner Aufstellung deutlich gemacht, wie sehr ihm daran lag, an alter Wirkungsstätte einen guten Eindruck zu hinterlassen und mit einem positiven Ergebnis nach Deutschland zurückzureisen. Von der Stammformation standen nur Weltmeister Christoph Kramer und der frühere FCZ-ler Raffael zwecks Schonung nicht auf dem Platz. So war es nicht erstaunlich, dass sich die Gäste von Beginn weg als homogenes Team präsentierten, das klar spielbestimmend war, den FC Zürich dominierte und weit in dessen Platzhälfte zurückdrängte.

Ungewohnte Situation

Mit einer solchen Situation in der Super League kaum einmal konfrontiert, hatten die Zürcher grosse Probleme ins Spiel zu finden. Auf dem Rasen, auf dem sie sich vor einer Woche beim 0:0 gegen Aarau noch Chancen in Hülle und Fülle erarbeitet hatten, waren sie so sehr mit Defensivarbeit beschäftigt, dass sie Yann Sommer im Tor der Borussia meist nur aus der Ferne sahen.

Mit Ausnahme von Amine Chermiti und Franck Etoundi. Nachdem der Tunesier allein vor Sommer am Schweizer Goalie gescheitert war (17.), machte es sechs Minuten später der Kameruner besser. Marco Schönbächler hatte sich vom Flügel brillant an Julian Korb und André Hahn vorbei gespielt und Etoundi perfekt bedient. Allerdings stellte dieses 1:0 den Spielverlauf auf den Kopf, hätten doch zuvor Max Kruse und Branimir Hrgota den Bundesliga-Zweiten bei grossen Möglichkeiten in Führung bringen müssen.

Mehr Réussite hatte Havard Nordtveit. Der Aufbauer traf mit einem herrlichen Schuss aus 25 Metern in die rechte obere Torecke zum 1:1 (35.). Die Zürcher Führung hatte gerade mal zwei Minuten gehalten. Nach der Pause besassen die Schweizer dann durch den zu lange zögernden Etoundi lediglich noch eine Möglichkeit für ein zweites Tor. Am Ball war nur noch Gladbach, und es brauchte drei sehr starke Interventionen von Da Costa gegen Hahn, Xhaka und vier Minuten vor Schluss Martin Stranzl, um eine Heimniederlage zu verhindern. «Uns hat die Effizienz gefehlt», sagte Favre, «dabei haben wir 31 Mal aufs Tor geschossen!»

Aktuelle Nachrichten