Am Donnerstag, am Tag nach seinem harten Rencontre mit GC-Flügel Izet Hajrovic, hat David Zibung sein arg ramponiertes Gesicht gepflegt. Der FCL-Keeper erlitt am Mittwochabend beim Zusammenprall unterhalb der Augenpartie und an der Nase mehrere Zentimeter lange Risse.

Für den sofort ausgewechselten Innerschweizer endete die unschöne Szene in der 74. Minute des Heimspiels gegen die Hoppers (1:2) relativ glimpflich und ohne Brüche. «Ich bin fast beschwerdefrei und habe auch kein Kopfweh», erklärte er gegenüber der Sportinformation und äusserte die Absicht, am kommenden Sonntag gegen Thun wieder einzugreifen.

«Unterstelle ihm keine Absicht»

Mit einer derart raschen Genesung war im ersten Moment nicht zu rechnen. Hajrovics Stollenschuh hatte Zibung mit voller Wucht getroffen. Im Nachgang erkannte der 22-Jährige das Ausmass seiner unnötigen Aktion offensichtlich und entschuldigte sich sofort beim Verletzten - und beteuerte tags darauf auch auf der GC-Homepage: "Ich wollte David auf keinen Fall verletzen!"

Zibung akzeptierte die Entschuldigung mit sportlicher Grösse: «Ich unterstelle ihm keine Absicht oder irgendeinen Vorsatz. Für mich ist aber ohnehin viel wichtiger, dass ich das Ganze einigermassen heil überstanden habe. Es hätte weitaus schlimmer enden können.» Er liess den Zürcher aber wissen, «dass er sich nicht gerade geschickt» verhalten habe.

Keine Verfahren gegen GC-Spieler

Deutlicher äusserte sich der Torhüter zu einer anderen Aktion der Hoppers: «Für mich ist ganz klar, dass Toko gegen Dimitar eine Tätlichkeit gemacht hat.» Der nach knapp 33 Minuten aus taktischen Gründen ausgewechselte GC-Mittelfeldspieler trat dem FCL-Stürmer Rangelov sekundenlang aufs Bein, ehe der Bulgare sich mit einem Tritt revanchierte und Rot sah (9.). Die Liga belegte den Luzerner Wiederholungstäter (dritter Ausschluss) mit vier Spielsperren.

Die unfaire Aktion von Toko taxierte Schiedsrichter Adrien Jaccottet nur mit einer Verwarnung, jene von Hajrovic blieb ohne Sanktionen. Der stellvertretende Einzel-Richter der Swiss Football League schützte die «Tatsachenentscheide"» (SFL) des 30-jährigen Anwalts. Gegen die beiden GC-Professionals wurden keine Verfahren eröffnet. In beiden Fällen sei eine nachträgliche Ahndung gemäss geltender Rechtsprechung nicht möglich, argumentierte das Disziplinargericht der Liga. (si)