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FCB vor dem Spiel in Ungarn: Die Mannschaft sucht ihr neues Gesicht

Der FCB spielt heute (19.00 Uhr, SF2) bei Videoton sein drittes Spiel in der Europa League. Trainer Murat Yakin wird gegenüber dem letzten Spiel Veränderungen in der Aufstellung vornehmen. Einige Spieler reiste gar nicht erst nach Ungarn mit.

Sebastian Wendel, Szekesfehrvar
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Die Spieler des FC Basel beim Abschlusstraining im Stadion von Videoton.

Die Spieler des FC Basel beim Abschlusstraining im Stadion von Videoton.

Peter Schneider/Keystone

Paulo Sousa, der portugiesische Trainer des FC Videoton, sprach gestern eine Warnung an den FC Basel aus: «Jedes Team, das hierher kam, hatte es sehr schwer.» Ein Blick in die Statistik belegt dies. Seit 23 Jahren ist der Klub aus Szekesfehrvar, der Stadt südwestlich von Budapest mit rund 100000 Einwohnern, in heimischen Europacupspielen ungeschlagen. Auf den ersten Blick eine stolze Zahl, die sich bei genauerem Hinschauen relativiert. In dieser Zeit trug Videotonnämlich «nur» neun internationale Partien im Sostoi-Stadion aus.

Konterstärke der Ungarn

Dennoch ist der Respekt von Basler Seite gross. Dort hat man mit Staunen zur Kenntnis genommen, dass Videoton zu Hause zuletzt Sporting Lissabon 3:0 geschlagen hat. «Videoton ist keine Mannschaft, die das Spiel in die Hand nimmt. Aber sie ist sehr effizient bei den Kontern», sagt FCB-Trainer Murat Yakin. Zur Favoritenrolle mochte er sich nicht äussern, aber: «Wir wollen das Heft in die Hand nehmen.»

Bei diesem Vorhaben wird Yakin sein Team für das heutige Spiel erneut kräftig umkrempeln. «In dieser strengen Phase mit englischen Wochen sind frische Kräfte gefragt.» Dies dürfte jedoch nicht die ganze Wahrheit für das Wechselspiel sein. Yakin ist gut eine Woche nach Amtsantritt immer noch in der Sichtungsphase. Sprich, er will jedem Spieler im Kader eine Chance geben, sich unter Wettkampfbedingungen zu zeigen. «Unser Ziel muss es sein, flexibler zu werden.»

Gilles Yapi und Radoslav Kovac, beide standen am Sonntag in Luzern in der Startelf, haben die Reise nach Ungarn gar nicht erst angetreten. «Sie haben nach dem Spiel Ermüdungserscheinungen gezeigt», sagt Yakin. Die Sperre von Alex Frei wegen eines Verfahrensfehlers bei einer Dopingkontrolle zwingt Yakin zusätzlich zu Änderungen. «Ich tendiere nach Alex’ Sperre zu einem Systemwechsel.» Gut möglich, dass der FCB heute mit der unter Ex-Trainer Heiko Vogel unabdingbaren Viererkette in der Abwehr antritt. Mit welchem Personal, darüber war gestern nur ansatzweise etwas zu erfahren.

Stocker in der Startelf

Wie ihr neuer Trainer, verweisen auch dessen Spieler auf die Zeit, die es für die Umsetzung von Yakins Vorstellungen braucht. «Wir haben, seit Murat hier ist, sehr viel im taktischen Bereich trainiert», sagt Valentin Stocker. Er ist einer der Profiteure von Yakins Umstellungen für die heutige Partie und wird nach seiner Gelbsperre in Luzern in der Startelf stehen. Stocker sieht den Grund für das Leistungstief jedoch nicht im System- und Personalwechsel, sondern bei grundlegenden Tugenden. «Wir müssen wieder die Freude am Fussball finden. So wie wir sie als Sechs-, Siebenjährige hatten.»