FC Basel
FCB-Trainer Wicky vor dem Spiel gegen Sitten: «Ich erwarte einen umkämpften Match»

Vor einer Woche gab es nur ein enttäuschendes 1:1 gegen den FC Lugano. Am Sonntag will sich der FC Basel gegen Sion rehabilitieren. Für Trainer Raphael Wicky ist es eine Rückkehr.

Konstantin Furrer
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Trainer Wicky trifft mit dem FCB am Sonntag auf Sion.

Trainer Wicky trifft mit dem FCB am Sonntag auf Sion.

Keystone

Es war eine ereignisreiche Woche für den FC Basel: Es galt das frustrierende 1:1 vom letzten Wochenende gegen den FC Lugano zu verdauen und bei der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase auf Losglück zu hoffen. „Eine sehr schwierige, aber auch eine sehr attraktive Gruppe“, meint Trainer Raphael Wicky zur Auslosung mit Manchester United, Benfica Lissabon und ZSKA Moskau. Der FC Basel will mehr als nur mitspielen: „Das Ziel muss sein, europäisch zu überwintern“, sagt Wicky: „Wir wollen unsere Gegner ärgern.“ Dass der FC Basel dazu durchaus in der Lage ist, bewies er 2011: Dank eines 2:1-Siegs gegen Manchester United gelang der Einzug in die Achtelfinals – Manchester United musste in die Europa League. „An einem guten Tag kann man in Europa viele Teams schlagen“, sagt Wicky.

Den Kopf über die Champions League zerbrechen will sich Wicky aber noch nicht. „Der Fokus liegt auf dem Spiel vom Sonntag gegen Sion.“ Alles andere als ein Sieg und die Wolken über dem St. Jakob-Park würden sich weiter verdunkeln. Bereits nach dem Spiel gegen Lugano musste sich der Trainer nach dem Schlusspfiff von den eigenen Fans einige Pfiffe anhören. „Wir haben das Spiel gegen Lugano analysiert“, so Wicky: „Über Phasen im Spiel waren wir technisch ungenügend. Dazu kamen viele unnötige Ballverluste. Wenn man nicht immer 100 Prozent gibt, reicht es nicht für die drei Punkte.“

Ohne Serey Dié, mit Bua

Nicht mit von der Partie sein wird am Sonntag Geoffroy Serey Dié. Der Mittelfeldspieler bat Wicky um eine Dispensierung. Auf Grund von familiären Angelegenheiten reiste der Ivorer in seine Heimat. „Fussball ist das Leben unserer Spieler, aber es gibt auch noch wichtigere Sachen“, sagt Wicky. Dafür kann Wicky wieder auf Kevin Bua zählen. Der 24-jährige Romand kämpfte seit dem Spiel gegen GC mit einer Muskelverhärtung und musste gegen Lugano pausieren.

Für Wicky ist das Spiel gegen Sion auch eine Rückkehr: Der Walliser gab im zarten Alter von 16 Jahren sein Debüt beim FC Sion und blieb dem Verein bis 1997 treu. Mit den Wallisern holte Wicky 1997 den Schweizer Meistertitel und wurde dreimal Pokalsieger (1995, 1996, 1997). „Natürlich ist es immer speziell, zurück zu kehren ins Wallis. Es ist meine Heimat, mein Kanton“, sagt Wicky. Eine spezielle Verbindung zum FC Sion habe er aber nicht.

Unter Zugzwang

Fünf Spiele, nur 10 Punkte und der dritte Tabellenplatz: Wicky steht gegen Sion unter Zugzwang. Trotzdem zeigt sich der 40-Jährige vorsichtig: „Auswärtsspiele in Sion sind immer sehr schwierig. Ich erwarte einen umkämpften Match am Sonntag.“ Während die Walliser zu Beginn der Saison noch eher defensiv agierten, zeigte sich der FC Sion in den letzten Spielen immer offensiver: „Jetzt gehen sie viel mehr drauf“, analysiert Wicky.

Tomás Vaclík: Note 4,5 Ein undankbarer Nachmittag für den FCB-Keeper. Erst hatte er kaum etwas zu tun – und dann kann er beim Gegentor nichts machen.
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Manuel Akanji: Note 3,5 Ist er sonst Mister Zuverlässig, offenbarte er gegen Lugano einige Schwächen. Streut zu viele Fehlpässe ein und kommt beim Ausgleich zu spät.
Marek Suchy: Note 4 Der Captain hat Glück, dass eine Aktion, in der er seinem Gegner zu viel Raum lässt, nicht zu einem Gegentor führt. Hatte schon bessere Tage.
Éder Balanta: Note 4 Er lässt sich nichts zu Schulden kommen – ausser vielleicht, dass er eine extrem kurze Zündschnur hat. In der Spieleröffnung blass.
Michael Lang: Note 4,5 Auch wenn er im neuen System seine Fähigkeiten nicht entfalten kann, ist er noch einer der Besten. Mit mehr Glück erzielt er in der 10. das Führungstor.
Alexander Fransson: Note 3,5 Der Schwede bekam etwas überraschend den Vorzug vor Serey Die. Wieso, weiss niemand. Er war nie gesehen, bis er in der 58. raus muss.
Luca Zuffi: Note 4 Seine Ecken und Freistösse bleiben komplett wirkungslos. Seine gute Technik sowie sein Auge sind in anderen Momenten aber unverkennbar.
Mohamed Elyounoussi: Note 4 Ein öffnender Pass von ihm auf Renato Steffen steht am Ursprung der Penalty-Szene zum 1:0. Sonst unter seinen Möglichkeiten und unauffällig.
Renato Steffen; Note 5 Der beste Mann auf dem Platz. Sein Laufpensum – sowohl nach vorne als auch nach hinten – reicht für drei. Holt ausserdem den Penalty heraus.
Dimitri Oberlin: Note 3,5 In seinem ersten Liga-Spiel von Beginn an zeigt er seine negativen Attribute: Er ist noch zu verspielt und zu eigensinnig. Muss in der 71. vom Platz.
Ricky van Wolfswinkel: Note 4,5 Fünftes Spiel, fünftes Tor. Und wieder einen Penalty eiskalt versenkt. Hätte kurz vor der Pause aber schon den Führungstreffer erzielen müssen.
Geoffroy Serey Dié: Note 4 Eine gute halbe Stunde darf er spielen. Die grossen Impulse gehen nicht von ihm aus, aber er ist trotzdem viel präsenter als Fransson, den er ersetzte.
Afimico Pululu: Note 4 Der 18-Jährige feiert sein Pflichtspieldebüt in der ersten Mannschaft. Er versucht viel, muss aber auch ebenso viel Lehrgeld bezahlen.

Tomás Vaclík: Note 4,5 Ein undankbarer Nachmittag für den FCB-Keeper. Erst hatte er kaum etwas zu tun – und dann kann er beim Gegentor nichts machen.

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