Fussball
FCB-Leihgabe Andrist: «Jetzt sind es halt Gegenspieler»

Stephan Andrist, die FCB-Leihgabe in Luzerner Reihen, war nach dem Sieg gegen seinen Stammklub rundum zufrieden. Einen Kommentar zur neuen taktischen Ausrichtung des FCB mochte Andrist nicht abgeben.

georges küng
Merken
Drucken
Teilen
Stephan Andrist hat gut lachen: Beim FC Basel ausgemustert, in Luzern unumstrittener Stammspieler. KEY

Stephan Andrist hat gut lachen: Beim FC Basel ausgemustert, in Luzern unumstrittener Stammspieler. KEY

«Ja, für uns ist es ein Super-Sonntag gewesen. Ein Super-Spiel bei Super-Wetter vor einer Super-Kulisse. Was will man mehr?» Stephan Andrist, dieser bescheidene Berner Oberländer, der beim FC Basel nie richtig «warm» wurde, bewies, dass er beim FC Luzern nicht nur indiskutabler Stammspieler, sondern auch ein belebendes Element ist. Auf die Frage, ob der hochverdiente Luzerner Erfolg gegen den Schweizer Meister (bei dem er aber weiterhin bis zum 30.Juni 2014 einen gültigen Kontrakt hat) speziell sei, meinte Andrist: «Gut ein Jahr habe ich beim FCB trainiert und gespielt; doch jetzt sind sie keine Teamkollegen mehr, sondern halt Gegenspieler», so der Ex-Thuner.

Man sagt, dass die Fussball(er)-Sprache universal sei. Und dennoch ist die Kommunikation untereinander wichtig. Gerade, wenn bei einer Equipe die Automatismen noch nicht wunschgemäss greifen. In der FCB-Anfangsformation liefen alles Spieler auf, die primär deutscher Muttersprache sind, gut französisch sprechen und sich in Englisch verständigen können. Mögen weltweit sehr viele Menschen arabisch, koreanisch und vor allem spanisch sprechen – ein Marcelo Diaz, Joo-Ho Park und Mohamed Salah nahmen auf der Ersatzbank Platz, während Gastón Sauro «die Rolle des Anhängers blieb», wie der Argentinier, mit sichtlichem Galgenhumor, sein Nichtaufgebot definierte.

Mit Kovac und Ajeti

Ein neues Spielsystem, wie es Murat Yakin zu Beginn spielen liess, ruft meist auch neue Akteure für die Stammelf hervor. Aber niemand hätte damit gerechnet, dass Radoslav Kovac, bei Yakin-Vorgänger Vogel ausser Rang und Traktandum gefallen, eine zentrale Rolle in der Innenverteidigung übernehmen würde. Auch bei Arlind Ajeti, der eine sehr unaufgeregte, solide Leistung bot, stand in den meisten Matchblättern der Zusatz «kein Aufgebot». «Es liegt nicht an mir, die FCB-Aufstellung zu kommentieren. Aber es ist logisch, dass ein neuer Trainer neue Ideen hat, ein neues System spielen lässt und meist auch einigen anderen Spielern das Vertrauen schenkt», so Andrist.

Dass der FC Luzern mehr Ballbesitz als der FC Basel (54:46) hatte, erstaunt. Man muss wohl ein paar Jahre zurückblicken, indem Rot-Blau das Spielgerät weniger lang in seinem Besitz hatte. Die Partie wurde vom österreichischen Unparteiischen Gerhard Grobelnik geleitet. Dieser zog sich den Zorn der Luzerner Anhänger zu, weil sich Aleksandar Dragovic aufgrund seiner Interventionen nicht hätte beklagen dürfen, wenn er die Ampelkarte gesehen hätte. Doch der Ref liess Gnade vor Recht walten. Und einige FCL-Fans waren der Meinung, dass es nicht der FCB-Bonus bei den Schiedsrichtern war, sondern die Tatsache, dass sowohl Ref wie auch der Basler Zentralverteidiger aus Wien sind.