Es ist eine ungewohnte Situation für Urs Fischer. Statt diverse Namen aufzählen zu müssen, auf die er noch lange verzichten muss, kann er ausnahmsweise gute Nachrichten verkünden. Denn das Lazarett des FCB wird immer kleiner. 

Andraz Sporar? Konnte die ganze Woche mittrainieren, hat keine Beschwerden mehr in seinem Fuss, sodass ein Einsatz näher rückt. Geoffroy Serey Die? Ihm fehle wirklich nicht mehr viel, so der FCB-Coach. Der Ivorer könnte bereits in der nächsten Woche sein erstes Spiel bestreiten. Und Kevin Bua? Der ist ebenfalls einsatzfähig, auch wenn ihn erst einmal der Gang in die U21 erwarten dürfte. 

So bleibt von den Langzeitabwesenden nur noch Manuel Akanji übrig. Der 20-Jährige, der sich im März das Kreuzband gerissen hatte, ist noch immer rekonvaleszent. Aber er ist der einzige Spieler mit dem Status «verletzt». 

Zufrieden, aber mit Luft nach oben 

Blickt man ein Jahr zurück, musste der FCB mit Zdravko Kuzmanovic und Derlis González bereits zwei verletzte Spieler beklagen – beide hatten muskuläre Probleme. Und es war erst der Anfang einer Saison, die von Verletzungen geprägt war. Nun ist Fischer also mit einer neuen Situation konfrontiert. «Für mich ist das aber kein grosser Unterschied, ob ich jetzt 22 oder 28 Spieler zur Verfügung habe», so Fischer im Vorfeld des Spiels gegen Lugano. 

«Du kannst es nie so handhaben, dass alle zufrieden sind. Aber die Jungs sind Profis und sie wussten das, bevor sie hier unterschrieben haben.» Der Ton, mit dem Fischer die leidigen Fragen zu Kader-Breite oder besser zum angeblich zu grossen Kader beantwortet, lässt deutlich machen, dass es nicht sein liebstes Thema ist. All diese Entscheide, wer denn nun spiele, seien intern und gingen die Öffentlichkeit nichts an. «Wenn man sich gegen aussen rechtfertigt, dann wird alles ausgeschlachtet, und das ist unnötig.»

Viel lieber spricht Fischer über das Meisterschaftsspiel, das am Samstag ansteht. Die Basler könnten sich gegen den FC Lugano bereits den fünften Saison-Sieg im fünften Spiel holen. Eine Bilanz, die Fischer zufrieden stimmt. «Ich bin auch mit den Leistungen grundsätzlich zufrieden, gewisse Spiele waren sogar sehr gut.» Aber Potential und Luft nach oben habe sein Team natürlich immer noch. 

Kontermannschaft Lugano 

Mit Lugano trifft der FCB auf einen Gegner, der bislang sehr unbeständig war. Sieg und Niederlage wechselten sich jeweils ab, wobei ein Top-Team wie YB am zweiten Spieltag besiegt werden konnte. Dieses 2:1 der Luganesi gegen die Berner war für Fischer auch ein perfektes Beispiel, wie Lugano seine Stärken ausspielt: «Sie warten darauf, dass das andere Team das Spiel macht, damit sie die schnellen Konter suchen können. Das ist ihre grösste Stärke.» Und genau das, so habe er es der Mannschaft gesagt, wolle er nicht sehen. 

Was erschwerend zur Konter-Stärke dazu kommt, so Fischer, ist, dass der Gast sich nach dem Trainerwechsel von Zdeněk Zeman hin zu Andrea Manzo zusätzlich auch in der Defensive verbessert hat. 

Der FC Basel ist aber trotz der noch jungen Saison in Form, hat noch keine Punkte liegen gelassen und wird wohl kaum die ersten Punkte gegen den FC Lugano seit dem 11. Spieltag der Saison 2001/2002 (damals trennten sich die Teams mit einem 1:1) liegen lassen.