Der Sonderzug aus Basel wird um 13.50 Uhr in Bern eintreffen. Dass die SBB die Fans direkt ins Stadtzentrum fahren und so den Demonstrationszug mit Polizeibegleitung erst ermöglichen, stösst den Berner Behörden sauer auf. «Diese Situation ist höchst unglücklich», sagt der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) heute in der «Berner Zeitung BZ». Nause hofft nun, dass die Fans friedlich bleiben.

Ob es auch so kommt? Nause hat selbst Öl ins Feuer gegossen, als er den Sicherheitszaun, durch den die Fans marschieren, öffentlich als «Raubtierkäfig» bezeichnete. Laut Angaben der BZ wollen die Fans den Zaun umgehen und so gegen Nauses Aussagen protestieren.

Bahn wird erpresst

Doch wieso fährt die SBB überhaupt in den Hauptbahnhof? Die Bahn gibt offen zu, dass sie von den Fans erspresst wurde. «Sie drohen uns jeweils, sie würden sonst den Extrazug boykottieren und auf unsere Regelzüge ausweichen», sagt Reto Kormann der Zeitung.

Leider wüssten die Fans ganz genau, dass die SBB in diesem Punkt erpressbar seien. «Weil sich andere Bahnreisende belästigt fühlen, wollen wir die Fussballfans nicht auf den Regelzügen haben.»
Die Kantonspolizei Bern hat vergeblich bei den SBB interveniert. Bei Risikospielen wie YB-FCB rechnet sie mit Provokationen seitens beider Fangruppen. Steigen dies bereits an der Haltestelle Wankdorf aus, kann die Polizei die Gruppen leichter trennen, ihr Einsatzgebiet wird zudem auch deutlich kleiner. (rsn)