FC Basel
FCB-Coach Wicky: «Diesen Vorwurf mochte ich als Spieler schon nicht»

Für den FC Basel geht es mit dem Heimspiel gegen den FC Thun am Samstag in der Liga weiter. Im Duell gegen den Ex-Club will Wicky versuchen, den Rückstand auf die Spitze zu verkleinern. Motivieren müsse man für dieses Spiel niemanden.

Céline Feller
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Auf den Basler Cheftrainer Raphael Wicky und sein Team wartet am Samstag das zweite Duell mit dem FC Thun.

Auf den Basler Cheftrainer Raphael Wicky und sein Team wartet am Samstag das zweite Duell mit dem FC Thun.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Sich einfach mal freuen und geniessen. Auch das müsse im Fussballsport Platz haben. Deshalb haben Spieler und Staff des FC Basel genau das gemacht nach dem 2:0-Sieg des FC Basel gegen ZSKA Moskau. «Aber nur unmittelbar nach dem Spiel. Weil wir wussten, dass es zweieinhalb Tage später bereits weiter geht», sagt Raphael Wicky am Freitag.

Von Müdigkeit ist beim Cheftrainer des FC Basel nichts zu spüren, obschon das Team erst am späten Donnerstagabend wieder in Basel gelandet ist. Einen besseren Slot hatte man nicht gekriegt. «Aber ich konnte mich gut erholen.» Doch auch wenn das Kapitel Moskau damit erstmal abgeschlossen sei und der Fokus auf dem Spiel gegen Thun liegen sollte, kommt Wicky nicht darum herum, diesen Sieg noch einmal Revue passieren zu lassen.

Als er gefragt wird, wie gross die Genugtuung bei ihm sei, kontert der FCB-Coach, dass dies «das falsche Wort» ist. «Es ist einfach eine grosse Freude da, dass wir in drei Spielen sechs Punkte geholt haben und den Schwung aus dem Benfica-Spiel mitnehmen konnten.» Aber eine Genugtuung komme dies nicht gleich. «Ich muss ja auch niemandem etwas beweisen.»

Vielmehr sei neben der Freude auch ein gewisser Stolz über das Erbrachte da. «Es ist schliesslich nicht selbstverständlich, dass wir, ohne grosse gegnerische Chance zugelassen zu haben, 2:0 auswärts gewinnen konnten.» Natürlich sei er ob der grossen vergebenen Möglichkeiten Dimitri Oberlins an der Seitenlinie verzweifelt, aber am Ende sei er einfach glücklich, dass es geklappt hat.

Einige Wechsel geplant

Ob der Torschütze zum 2:0 auch gegen Thun auflaufen werde oder eine Pause bekommt, wollte Wicky nicht sagen. Ohnehin müsse er die Mannschaft im nachmittäglichen Training zuerst «spüren und schauen, wie sie sich fühlen», um zu entscheiden. Mit weiteren zwei englischen Wochen vor der Brust sei aber sicher, dass der eine oder andere Wechsel vorgenommen würde. «Aber es werden nicht sechs oder sieben sein.»

Gezwungenermassen umstellen muss Wicky in der Abwehr, wo Eder Balanta weiterhin seine Sperre absitzen muss. Heisst dies, dass die Basler wie in Lugano auf eine Viererkette setzen? «Auch das schauen wir noch an. Natürlich habe ich meine Vorstellungen. Aber eine Dreierkette könnten wir auch ohne Eder spielen, das haben wir auch schon gemacht.»

Während personell noch vieles offen ist, war Wicky sich einer Sache sicher: Egal, wer spielt, motivieren müsse man diesen nicht, auch wenn es wieder «nur» Ligabetrieb sei. «Die Motivation ist nicht kleiner. Diesen Vorwurf habe ich als Spieler schon nicht gemocht. Spitzensportler sind immer motiviert, weil sie immer gewinnen wollen.»

Rendezvous mit dem Ex-Club

Gelingen soll dies nun als nächstes gegen den FC Thun, wo Wicky einst seine ersten Schritte im Trainermetier gemacht hat. Als frisch zurückgetretener Ex-Fussballer übernahm er 2009 zusammen mit dem heutigen Wolfsburg- und Ex-Mainz-Trainer Martin die U21-Mannschaft des FC Thun.

Vom Aufeinandertreffen mit seinem alten Arbeitgeber erwartet er ein hartes Stück Arbeit, weil die Berner Oberländer solidarisch, leidenschaftlich und dynamisch auftreten, wie Wicky analysiert. «Es wird ein extrem wichtiges Spiel. Das ist unser Hauptwettbewerb, nicht die Champions League. Wir haben fünf Punkte Rückstand auf die Spitze und müssen zurückkommen.»