FC Basel
FCB-Coach Fischer vor Gastspiel bei Cupfinalist Lugano: "Wir müssen aufpassen"

Pflichtaufgabe? Vielleicht - aber mit Lugano wartet ein gefährlicher Gegner auf den FC Basel. Trotz dünner Personaldecke in der Offensive ist das Ziel klar: Drei Punkte. Und Selbstvertrauen holen für das Heimspiel gegen Sevilla.

Sebastian Wendel
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FCB-Coach Urs Fischer hat Lugano vor Augen und das Sevilla-Spiel im Kopf.

FCB-Coach Urs Fischer hat Lugano vor Augen und das Sevilla-Spiel im Kopf.

Mario Heller

Eine Umfrage unter Unwissenden, ob sie den FC Basel oder den FC Lugano im Cupfinal vermuten, ergäbe wohl ein deutliches Ergebnis: Der Grossteil der Befragten würde auf den FCB tippen. Falsche Antwort, wie wir seit vergangenen Mittwoch wissen, an dem die Luganesi das kriselnde Luzern besiegten und sich dadurch für den Cupfinal qualifizierten. Der FCB hingegen verabschiedete sich bereits im Dezember in Sion aus dem Wettbewerb.

Was diese Konstellation für das Meisterschaftsduell am Sonntag bedeutet? "Dass Lugano neue Energie getankt durch das Erfolgserlebnis - und wir sehr aufpassen müssen", so Urs Fischer. Der FCB-Coach will unbedingt die Wiederholung des Szenarios im vergangenen August vermeiden: Damals wurden die Gäste aus Basel zu Beginn von den Tessinern überrollt und konnten von Glück reden, nach neun Minuten "nur" 0:1 im Rückstand zu liegen. Jene Partie deckte aber auch die grosse Schwäche der Luganesi auf: Die Rückwärtsbewegung. In der Euphorie des Führungstreffers kassierte Lugano den Ausgleich durch Elneny. Und mit Toren von Callà und Ajeti kurz vor und kurz nach der Pause machte der FCB den 3:1-Auswärtssieg perfekt. Unter dem ständigen Offensivdrang leidet das defensive Gewissen der Tessiner: Lugano hat zwar die viertmeisten Tore aller zehn Super-League-Teams erzielt (31), aber dafür die meisten kassiert (44).

Dünne Personaldecke in der Offensive

Alles andere als ein Sieg beim Aufsteiger wäre unter normalen Umständen eine Überraschung. Daran ändert sich auch durch die langsam prekäre Personalsituation in der FCB-Offensive nichts. Zu den Langzeit-Patienten Sporar, Boetius und Bjarnason gesellten sich in dieser Woche Matias Delgado (Verhärtung im Oberschenkel) und Davide Callà (krank) - ein Einsatz der beiden am Sonntag ist unsicher bis unwahrscheinlich. Trotzdem sagt Fischer: "Dafür kommt Marc Janko nach seiner Sperre zurück. Und wir haben immer noch genügend Spieler in der Offensive zur Verfügung." Wer weiss, vielleicht wird im Tessin ja auch ein eigentlich defensiver Spieler weiter vorne aufgestellt: Etwa der zuletzt offensiv so starke Michael Lang am rechten Flügel, was wiederum ein Comeback von Philipp Degen rechts in der Abwehrkette ermöglichen würde.

Erkenntnisse vom Kurztrip nach Sevilla

Am Sonntag Liga-Alltag in Lugano, am Donnerstag das Europa-League-Festspiel gegen Titelverteidiger Sevilla. Klar, gehen die da Gedanken des einen oder anderen über das Lugano-Match hinaus. Auch Urs Fischer befasste sich in dieser Woche bereits mit Sevilla, indem er am Mittwoch beim 1:0-Heimsieg der Andalusier gegen Eibar persönlich vor Ort war. Fischer zeigte sich beeindruckt vom ungewöhnlich gebauten Stadion, dessen Mauern sich hinter einer Halle verstecken, die den 50-Jährigen an ein Einkaufszentrum erinnern. "Sehr speziell - und unbedingt eine Reise wert", beschrieb Fischer die Heimstätte des FC Sevilla. Was er auf dem Platz sah, bestätigte seine Vorahnung: "Das wird ein ganz, ganz harter Brocken für uns. Sevilla hat zwar nicht mit der A-Elf gespielt, aber einige Stammspieler sind später ins Spiel gekommen und haben ihre grosse Qualität angedeutet. Wir werden unsere Chancen haben, selber Tore zu erzielen, aber es braucht zwei sehr gute Leistungen von uns zum Weiterkommen." Viel, so Fischer, werde vom Hinspiel in Basel abhängen: "Wenn wir uns dort eine gute Ausgangslage schaffen, ist im Rückspiel einiges möglich. Noch einmal: Auch Sevilla hat Schwächen."