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FCB-Angst vor dem Cupfinal: Aller schlechten Dinge sind drei

In seinem vierten Cupfinal in Serie will der FCB auf die Siegesstrasse zurückkehren und zum zwölften Mal Cupsieger werden. Die Statistik macht ihm Mut: Im St. Jakob-Park hat er keinen seiner vier Finals verloren.

Markus Brütsch
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Der FCB will nach zwei verlorenen Finals den Cuppokal wieder selbst zur Schau stellen.

Der FCB will nach zwei verlorenen Finals den Cuppokal wieder selbst zur Schau stellen.

EQ Images

Vor zwei Wochen ist der FC Basel zum sechsten Mal in Serie Meister geworden. Dass danach in den Partien gegen Aarau (1:2), Thun (2:2) und St. Gallen (4:3) ein Spannungs- und damit auch ein Leistungsabfall zu beobachten war, kam nicht überraschend. Zumal Trainer Paulo Sousa auf verschiedene Stammspieler verzichtete. Befürchtungen, die Basler könnten nun den Schalter nicht mehr umlegen, hat Flügelspieler Davide Callà nicht: «Der Trainer wird uns entsprechend einstellen. Wir lassen die Saison gewiss nicht ausrollen. Wir werden im Cupfinal gegen den FC Sion noch einmal richtig Vollgas geben.»

Um zu verhindern, dass aller schlechten Dinge drei werden. Der FC Basel läuft nämlich Gefahr, am nächsten Sonntag diese Erfahrung zu machen. Nach den beiden verlorenen Cupfinals gegen die Grasshoppers (2013: 3:4 im Penaltyschiessen) und den FC Zürich (2014: 0:2 nach Verlängerung) droht Rotblau gegen den Cupspezialisten FC Sion die dritte Endspielpleite in Folge. Dies, nachdem die Basler zuvor ihre sechs letzten Finals (2002, 2003, 2007, 2008, 2010 und 2012) allesamt gewonnen hatten. Bei den beiden Niederlagen 2013 und 2014 stand jeweils als Trainer Murat Yakin an der Linie. Bitter für den ehemaligen Chefcoach von Spartak Moskau: Auch 2012, als der FCB dank Goalie Yann Sommer das Penaltyschiessen gegen Luzern 4:2 gewann, hatte er auf der Trainerbank gesessen; zu seinem Pech aber auf jener der Zentralschweizer.

Würde Basel gegen Sion verlieren, so wäre es die erste Niederlage in einem Cupfinal, den die Basler im eigenen Stadion austragen dürfen. Gegen GC (2002), Xamax (2003), Bellinzona (2008) und Lausanne (2010) gab es jeweils Siege.

Den zuletzt zwei Finalniederlagen zum Trotz ist es bemerkenswert, dass es der FCB geschafft hat, zum vierten Mal hintereinander ins Endspiel dieses traditionsreichen Wettbewerbs einzuziehen. Dies ist zwar kein Rekord, aber noch nicht vielen Klubs gelungen. Die Grasshoppers standen von 1931 bis 1934 vier Mal im Final und gewannen dabei zwei Mal den Pokal. Von 1940 bis 1943 machten es die Zürcher dann noch besser und siegten jedes Mal. Später, von 1988 bis 1990 gelang ihnen dann noch ein Hattrick.

Hatten die Basler vor drei Jahren unter Heiko Vogel durchaus auch einiges Glück benötigt, um den spielerisch ebenbürtigen FC Luzern am Ende mit 4:2 im Penaltyschiessen in die Knie zu zwingen, so waren die Niederlagen gegen GC und vor allem den FCZ nicht zwingend. 2013, im 88. Cupfinal, waren sich der FCB und die Hoppers auf Augenhöhe begegnet. Markus Steinhöfer hatte die Basler eher zufällig in Führung gebracht (71.), Izet Hajrovic nur vier Minuten später ausgeglichen. Kurz vor dem Ende der Verlängerung rettete dann GC-Goalie Roman Bürki sein Team mit einem Big Save gegen Raul Bobadilla ins Penaltyschiessen. Weil in diesem bei GC nur Michael Lang scheiterte, Fabian Frei und Bobadilla jedoch beim FCB, gingen die Zürcher als Sieger hervor.

Ein Jahr später hatte Yakin noch mehr zu hadern. Diesmal mit Schiedsrichter Patrick Graf. Nach 99 Minuten hatte dieser übersehen, dass der FCZ-Verteidiger Jorge Teixeira den Basler Giovanni Sio am Trikot gehalten hatte , den folgenden Sturz des Ivorers als Schwalbe gewertet und ihn mit gelb-rot vom Platz gestellt. Im Gegenzug gelang dann Mario Gavranovic das 1:0 für den FCZ und später auch noch das 2:0. Bei beiden Toren waren nur noch neun Basler auf dem Platz gestanden, nachdem Gaston Sauro nach 65 Minuten wegen eines Notbremsefouls an Franck Etoundi Rot gesehen hatte.

«Dieses Spiel ist abgehakt und Vergangenheit. Nach der Hauptprobe gegen St. Gallen sind wir jetzt ganz auf den Final fokussiert», sagt Callà. «Dass wir dem FC Sion in dessen 13. Final die erste Niederlage beibringen können, ist eine schöne Zusatzmotivation.»

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