"Ich möchte nicht, dass sich meine Mannschaft mit einem schlechten Eindruck in die Winterpause verabschiedet", hatte FCZ-Coach Ludovic Magnin vor dem Spiel im Interview mit SRF gesagt. Einen schlechten Eindruck hinterliess der FCZ bei seinem letzten Einsatz auf europäischer Bühne im Jahr 2018 nicht, von einer guten Leistung waren die Zürcher in Bulgarien allerdings ebenfalls etwas entfernt. Das Remis in Rasgrad war im angekündigten Kampf um den Gruppensieg in Gruppe A insofern unbedeutend, da Bayer Leverkusen in Zypern bei AEK Larnaca souverän mit 5:1 gewann.

Rund 10 Minuten benötigte der FC Zürich beim bulgarischen Meister, bis er bei Minustemperaturen offensiv stattfand. Für eine erste Annäherung sorgte Stephen Odey, dessen Ablenker für Ludogorez-Keeper Jorge Broun allerdings kein Problem darstellte. Mit seinem zweiten Abschluss sorgte der 20-jährige Nigerianer dann allerdings entgegen des Spielverlaufs für die Führung der Zürcher. Benjamin Kololli drehte in der 21. Minute einen seiner präzisen Freistösse von links in Rasgrads Strafraum, Odey konnte am Fünfmeterraum unbedrängt zu seinem zweiten Treffer in der Europa League einköpfen. Es sollte allerdings die letzte wirkliche Offensivaktion des FCZ in diesem Spiel bleiben.

Hatte Odey die Zürcher auf Kurs gebracht, sich die Reise in den kalten Osten immerhin fürstlich entlöhnen zu lassen - ein Sieg in Rasgrad hätte 570'000 Euro in die FCZ-Kasse gespült -, machte sich der FCZ die gute Ausgangslage mit der letzten Aktion vor der Halbzeit selber wieder zunichte. Innenverteidiger Mirlind Kryeziu wehrte eine vermeintlich harmlose Flanke von Cicinho in den Fuss des Polen Jakub Swierczok ab, Vanins war gegen dessen Schlenzer aus 8 Meter machtlos. Es war eine Aktion, wie sie Magnin in seinem Team zuletzt häufiger festzustellen hatte: ein individueller Fehler, der einen Gegentreffer einleitet.

Dass die Zürcher immerhin mit zusätzlichen 190'000 Euro die Heimreise aus Bulgarien antreten können, ist insofern verdient, als dass sich auch das Heimteam nach der Pause keine grossen Chancen mehr erspielte. Die einzige Offensivaktion von Ludogorez in den zweiten 45 Minuten war ein Weitschuss des 32-jährigen Rumänen Claudiu Keseru in der 89. Minute, den Andris Vanins in Corner lenkte.

Telegramm

Ludogorez Rasgrad - Zürich 1:1 (1:1)

3000 Zuschauer. - SR Lewnikow (RUS). - Tore: 21. Odey (Kololli) 0:1. 45. Swierczok 1:1.

Ludogorez Rasgrad: Broun; Terziev, Rafael Forster, Nedylakov; Cicinho, Dyakov (82. Sasha), Goralski, Natanael; Marcelinho, Wanderson (86. Balakov), Swierczok (72. Kaseru).

Zürich: Vanins; Dixon (46. Krasniqi), Bangura, Mirlind Kryeziu, Guenouche; Khelifi, Palsson, Domgjoni, Kololli (76. Rodriguez); Winter, Odey (90. Nef).

Bemerkungen: Zürich ohne Aliu, Baumann, Ceesay, Kempter, Omeragic, Rohner, Sauter, Rüegg und Pa Modou (alle verletzt). Ludogorez ohne Moti (gesperrt), Stoyanov, Lukoki und Grigore (alle verletzt). 32. Lattenschuss Natanael. Verwarnungen: 1. Dixon (Foul). 16. Goralski (Foul). 18. Forster (Foul). 31. Kryeziu (Foul).

Resultate/Rangliste

AEK Larnaca - Bayer Leverkusen 1:5 (1:2). Ludogorez Rasgrad - Zürich 1:1 (1:1). - Rangliste: 1. Bayer Leverkusen* 6/13 (16:9). 2. Zürich* 6/10 (7:6). 3. AEK Larnaca 6/5 (6:12). 4. Ludogorez Rasgrad 6/4 (5:7).

* = in den 1/16-Finals.