Super League
FC Aarau holt dank Hammertor von Djuric ein 1:1 in Luzern

Vor der zweiwöchigen Meisterschaftspause zeigt die Mannschaft von Trainer Sven Christ beim 1:1-Unentschieden in Luzern wieder einmal zwei Gesichter.

Ruedi Kuhn
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Dario Lezcano (links) schiesst das 1:0 gegen Aarau-Goalie Joel Mall.
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Aarauer Jubel nach Dusan Djurics Sonntagsschuss.
Luzern - Aarau
Der Aarauer Oliver Jäckle im Luftkampf mit Dario Lezcano.
Nachdenklicher Luzern-Trainer Carlos Bernegger.
Handshake zwischen Luzern-Trainer Carlos Bernegger und Aarau-Coach Sven Christ.
Stimmung in Luzerner Swissporarena.

Dario Lezcano (links) schiesst das 1:0 gegen Aarau-Goalie Joel Mall.

Keystone

Was war das für ein Traumtor von Dusan Djuric, was war das für ein Schuss Genialität von Dusan Djuric: Der 29-jährige Schwede im Dress des FC Aarau zirkelte den Ball nach gut einer Stunde aus knapp 30 Metern mit dem rechten Fuss exakt in den Winkel. Luzern-Torhüter David Zibung hatte nicht den Hauch einer Abwehrchance.

Das sensationelle Tor von Djuric bedeutete das 1:1 und war der verdiente Lohn für eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Damit erreicht der FC Aarau im dritten Auswärtsspiel dieser Saison das dritte Remis.

Ein Achtungserfolg

Der Punktgewinn vor 9488 Zuschauern in der Swissporarena ist für Christs Team zweifellos ein Achtungserfolg. Vor allem wenn man bedenkt, wie schwach die Auswärtsbilanz des FC Aarau gegen Luzern im vergangenen Jahrzehnt ist. Es war am 8. März 2003, als Matteo Vanetta dem FCA mit dem Treffer zum 1:0 den letzten Sieg bescherte. Seither gab es in elf Spielen neun Niederlagen und zwei Unentschieden.

Lezcano mit verdienter Führung

Der FC Luzern legte los wie die Feuerwehr. Dass die Zentralschweizer zur Pause nur mit 1:0 führten, war einerseits Torhüter Joël Mall, anderseits einer gehörigen Portion Glück zu verdanken. Highlight der Startphase war Jakob Jantschers herrlicher Schlenzer aus 22 Metern an die Latte. Der Österreicher war es auch, der nach einem Knaller von Marco Schneuwly das Kunststück fertig brachte, den Ball nahe beim Pfosten nebens Tor zu schiessen. Nach gut einer halben Stunde war es dann aber soweit: Nach einem Fehlpass von Frano Mlinar lancierte Schneuwly Dario Lezcano mit einem Pass in die Tiefe – und der Mann aus Paraguay bezwang Mall mit einem Flachschuss aus acht Metern.

Aarau in der ersten Halbzeit überfordert

Der FC Aarau war in der ersten Halbzeit vom Tempofussball Luzerns zwar überfordert, hätte aber in der Startviertelstunde nach einem Kopfball von Stephan Andrist und einem Knaller von Luca Radice durchaus einen Treffer erzielen können. Einen Treffer erzielten müssen hätte Andrist in der 50. Minute. Der Flügelstürmer verfehlte das Ziel alleine vor David Zibung knapp. Gleiches gilt für Sven Lüscher, der vier Minuten später in bester Position an Zibung scheiterte. Dann war es wieder Andrist, der mit dem Abschlussversuch zu lange zögerte. Der FC Aarau war dem Ausgleich nahe.

Luzern mit Matchbällen

Und als Djuric mit einem wunderbaren Schlenzer den ersten Treffer für seinen neuen Verein erzielte, war der Ausgleich Tatsache. Nach 65 Minuten lag der Punktgewinn buchstäblich in der Luft. Luzern aber wollte den ersten Saisonsieg und suchte den offenen Schlagabtausch. Schneuwly hatte das 2:1 gleich zweimal auf dem Fuss. Adrian Winter traf den Pfosten, verpasste den Siegestreffer also nur um Haaresbreite. Alain Wiss scheiterte ebenfalls knapp. Schliesslich blieb es bei der Punkteteilung. Dies in einem Spiel, in dem die Aarauer wieder einmal zwei Gesichter zeigten. Zu Beginn war vieles schlecht, am Ende war vieles gut.

Joel Mall: Note 5,5 Dass es zur Pause nur 0:1 stand, war alleine sein Verdienst. Zeigte mehrere hochkarätige Paraden.
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Igor Nganga: Note 3 Hatte vor allem in der ersten Halbzeit grösste Mühe mit Jantscher. Wurde ein ums andere mal umspielt.
Nauris Bulvitis: Note 3,5 Kann weiterhin nicht an die Leistungen von letzter Saison anknüpfen. Wirkte zuweilen hölzern und indisponiert.
Olivier Jäckle: Note 4,5 Hatte es schwer in der Aarauer Hintermannschaft. Versuchte die Abwehr so gut es ging zusammenzuhalten.
Kim Jaggy: Note 3 Wurde von Winter mehrmals üersprintet, hatte das Geschehen auf seiner Seite nicht im Griff.
Sandro Burki: Note 4 Hochs und Tiefs: Vor der Pause praktisch unsichtbar, danach riss er das Zepter in gewohnter Manier an sich.
Sven Lüscher: Note 4 Man merkt ihm an, dass er angeschlagen ist . Muss sich durchbeissen. Hatte sogar mit seinen Standards Mühe.
Frano Mlinar: Note 3,5 Ein unauffälliges Spiel des Neuzugangs. Stand mit seinem pitoyablen Fehlpass am Ursprung des 0:1.
Stephan Andrist: Note 4 Ist bemüht, erarbeitet sich Chancen. Aber macht viel zu wenig daraus. Müsste mindestens ein Tor machen..
Luca Radice: Note 4,5 Hatte in der ersten Halbzeit Pech mit seinem Pfostenschuss. Auch nach der Pause ein Aktivposten.
Daniel Gygax: - Musste in der 17. Minute verletz ausgewechselt werden. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung
Luzern - Aarau
Alain Schultz: - Kam in der 77. Minute für Lüscher, Zu kurz für eine Bewertung.
Bruno Martignoni: - Kam in der Nachspielzeit für Radice, Zu kurz für eine Bewertung.

Joel Mall: Note 5,5 Dass es zur Pause nur 0:1 stand, war alleine sein Verdienst. Zeigte mehrere hochkarätige Paraden.

Keystone

Telegramm:

Luzern - Aarau 1:1 (1:0)

9488 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 33. Lezcano (Schneuwly) 1:0. 65. Djuric 1:1.

Luzern: Zibung; Thiesson (92. Mobulu), Affolter, Rogulj, Lustenberger; Doubai (83. Wiss), Winter, Freuler, Lezcano, Jantscher (80. Hyka); Schneuwly.

Aarau: Mall; Nganga, Jäckle, Bulvitis, Jaggy; Andrist, Burki, Mlinar, Radice (91. Martignoni); Lüscher (78. Schultz); Gygax (18. Djuric).

Bemerkungen: Luzern ohne Bozanic, Holenstein (beide verletzt), Rabello (nicht spielberechtigt), Aarau ohne Senger, Gauracs, Garat (alle verletzt), Feltscher (rekonvaleszent), Thaler (krank), Mudrinski (nicht spielberechtigt). 11. Pfostenschuss von Radice. 16. Lattenschuss von Jantscher. 88. Pfostenschuss von Winter.