Es ist eine Szene, die den kolumbianischen Fussball stark erschüttert: Falcao wird im französischen Pokalspiel von Amateurspieler und Gymnasiallehrer Söner Ertek umgegrätscht.

Die Folge: Falcao reisst sich das Kreuzband im linken Knie - nur vier Monate vor der grossen WM in Brasilien! Geschieht nicht noch ein grosses Wunder, verpasst Kolumbiens WM-Hoffnungsträger die Weltmeisterschaften.

Die Verletzung des kolumbianischen Stürmers Falcao

Das passierte vor vier Tagen. Gegenspieler Ertek erlebt seither Horror-Tage: Laut französischen Medien erhält er täglich Morddrohungen aus Kolumbien.

Ertek: "Es tut mir wahnsinnig leid. Ich wollte ihn nicht verletzten. Wenn ich die Szene rückgängig machen könnte, würde ich ihn das Tor schiessen lassen.»

Falcao, der in Porto von einem Professor seines Vertrauens operiert wurde und jetzt auf ein Wunder hofft, nimmt den Amateurspieler in Schutzt und twitterte ihm nette Worte: «Söner Ertek, Danke für deine Genesungswünsche. Mach' dich nicht für den Unfall verantwortlich, das passiert im Fussball!"

Fall Escobar

Morddrohungen im kolumbianischen Fussball-Geschäft. Das weckt Erinnerungen an den Fall Escobar im Jahr 1994.

Im WM-Vorrundenspiel schoss der kolumbianische Verteidiger Andrés Escobar gegen die USA ein Eigentor. Kolumbien verlor das Spiel 1:2 und schied aus dem Turnier aus.

Wenige Tage später wurde Escobar vor einer Bar in Medellín mit sechs Schüssen getötet. Der Täter handelte im Auftrag der kolumbianischen Wettmafia. Er gab jedoch stets an, dass er als «enttäuschter Fan» gehandelt habe.

Monaco verliert 110 Millionen Euro

Zurück zum Fall Falcao: Das Foul hat nicht nur für Kolumbiens Nationalmannschaft Folgen. Monaco kämpft mit kaum vorstellbaren finanziellen Folgen.

Für den Kolumbianer haben die russischen Investoren Monacos 60 Millionen Euro Ablöse an Atletico Madrid hingeblättert.

Damit haben die russischen Milliardäre in dieser Saison schon 110 Millionen Euro verloren. Denn Monaco steht im Steuerstreit mit dem französischen Liga-Verband, weshalb man einem Vergleich von 50 Millionen Euro zugestimmt hatte, damit sie ihren Vereinssitz in Monaco behalten und so alle steuerlichen und sozialrechtlichen Vorteile wahrnehmen können.

Die Liga hatte unlängst eine Verlagerung des Geschäftssitzes nach Frankreich gefordert. So darf Monaco als Stadtstaat bei Olympia als eigene Nation starten, aber in der französischen Ligue 1 mitspielen. (sha)