FC Basel
Fabian Frei: "Zur Offensive muss der Trainer uns nicht viel erklären"

Dem Offensivspiel des FC Basel fehlt Tiefe und Stringenz. Eine Aussage von Mittelfeldspieler Fabian Frei gibt Einblicke in das Konzept.

Sebastian Wendel
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Fabian Frei ärgert sich über die schwache Basler Offensivdarbietung gegen GC.

Fabian Frei ärgert sich über die schwache Basler Offensivdarbietung gegen GC.

Keystone

Was bleibt, ist ein zwiespältiger Eindruck. Soll man sich in den Reihen der Basler darüber freuen, das Spitzenspiel gegen GC nicht verloren zu haben? Gründe gäbe es genug. Allen voran der von Yann Sommer abgewehrte Penalty in der 90. Minute und die somit konservierten sechs Punkte Vorsprung auf GC. Oder die Tatsache, dass mit den Zürchern ein Gegner am Werk war, der trotz gewichtiger Abgänge und des schmalen Kaders einen beeindruckend kompakten und stilsicheren Eindruck machte. Ja, GC war am Sonntag gemessen an den Chancen und den Spielanteilen in der zweiten Halbzeit das bessere Team.

Doch weil auch das dritte Aufeinandertreffen der Erzrivalen in dieser Saison mit einem 1:1 endete, ist die Basler Zwischenbilanz nach der Winterpause eine erfreuliche: Zehn Punkte aus vier Meisterschaftsspielen und das 6:1 im Cupviertelfinal gegen Le Mont, auf dem Papier sind die Erwartungen erfüllt.

Welches ist das Offensivkonzept?
Und doch: «Es gibt viele Dinge zu verbessern.» Murat Yakin sagte den Satz, bevor er den Letzigrund verliess und sich auf den Heimweg machte. Wobei der Satz wohl vor allem auf die Offensive zielt. Die Abwehr, sei es die Dreierkette wie in Tel Aviv oder die Viererkette wie gegen GC, lässt wenig zu. Und schafft doch ein gegnerischer Stürmer den Durchbruch, muss er noch Yann Sommer bezwingen, was in dessen momentaner Verfassung eines Kunststückes bedarf.

Die Probleme liegen im vorderen Mannschaftsteil. Yakin stellte am Sonntag so offensiv auf wie noch nie, abgesehen von den Cupspielen gegen unterklassige Mannschaften. Mehr als zwei halbwegs gefährliche Schüsse und Stockers Volleytor zum 1:1 schauten nicht heraus. Murat Yakin hat recht, wenn er sagt: «Eine Mannschaft wie GC haut man nicht mit 4:0 aus dem Stadion.» Aber auch er selber hat sich, ohne es zu sagen, wohl mehr Stringenz und Durchschlagskraft im Kreieren von Chancen gewünscht.

Wobei sich hier die Frage stellt, ob der FCB überhaupt mit einer, und wenn ja mit welcher Offensivtaktik in die Partie ging. Umso mehr nach der Aussage von Fabian Frei: «Der Trainer stellt uns darauf ein, wie wir uns defensiv verhalten müssen. Zur Offensive muss er uns nicht viel erklären, da müssten wir Spieler selbst wissen, wie es geht.»

Salah fehlt an allen Ecken und Enden
Yakin kündigte zu Beginn der Wintervorbereitung an, mit der Mannschaft am Angriffsspiel zu arbeiten. Fairerweise muss man erwähnen, dass die Pläne durch den schnellen Abgang von Mohamed Salah durcheinandergewirbelt wurden. Der Ägypter gab dem Angriffsspiel die Tiefe, die jetzt fehlt. Das neue Tannenbaum-System mit drei Stürmern, die in der Vorwärtsbewegung totale Handlungsfreiheit geniessen, wirkt noch so unreif wie eine grüne Banane. Was auch daran liegt, dass Matias Delgado nicht auf Touren kommt. Der Argentinier verschleppt das Spiel, statt mit Pässen in die Tiefe die schnellen Stocker und Callà einzusetzen.

Viel Zeit für Fortschritte bleibt nicht: Bereits übermorgen steht das Rückspiel in der Europa League gegen Tel Aviv an: Der FCB muss Tore erzielen, um in die Achtelfinals einzuziehen. Man darf gespannt sein, wie das gelingen soll.