Wettskandal

Europäischer Wettskandal: Über 380 Fussballspiele waren manipuliert

Dem internationalen Fussball steht das nächste Erdbeben bevor: Die Europol enthüllt rund 380 Spiele, die manipuliert sind. Darunter auch solche in der Schweiz. Die verdächtigten Partien fanden allesamt zwischen 2008 und 2011 statt.

Die europäische Polizeibehörde Europol sprach an einer Pressekonferenz in Den Haag von den gewaltigen Dimensionen, die sie aufgedeckt habe. «Für uns steht fest, dass es sich um den grössten Fall aller Zeiten in diesem Bereich handelt» sagte Europol-Direktor Rob Wainwright. «Das ist ein trauriger Tag für den Fussball.»

In den intensiven Untersuchungen während 18 Monaten stiess die Europol auf viele Ungereimtheiten. Davon betroffen waren offenbar WM-Qualifikationsspiele in Afrika und Mittelamerika, zwei Partien der Champions League (eine davon in den letzten drei bis vier Jahren in Grossbritannien) und Topspiele in mehreren europäischen Ligen. Bislang wurden rund 425 korrupte Schiedsrichter, Funktionäre, Spieler und Kriminelle aus 15 Ländern identifiziert. Die mutmasslichen Drahtzieher aus Singapur sollen rund acht Millionen Euro Gewinn erzielt und rund zwei Millionen Euro Schmiergelder bezahlt haben.

41 Schweizer Spiele getürkt

Gemäss Europol sind auch die Schweizer Ligen von den Manipulationen betroffen, daneben wurden die deutschen und türkischen Meisterschaften namentlich erwähnt. Am Montag Nachmittag war die Rede von 41 Partien auf Schweizer Boden. Um welche Begegnungen es sich handelt, werde nicht bekanntgegeben, so lange ein Verfahren läuft, sagte Europol. Die verdächtigten Partien fanden allesamt zwischen 2008 und 2011 statt. Europol ermittelt wegen 300 weiterer verdächtiger Profispiele in Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika.

Nicht ganz klar ist, wie neu die Erkenntnisse der Europol wirklich sind. Es wurde nicht bekannt, wie viele der am Montag erwähnten Spiele bereits im Zug von vorherigen Ermittlungen beinhaltet waren. Für die Staatsanwaltschaft von Bochum, die in den Fällen der Sapina-Brüder federführend gewesen war, waren die aktuellen Ergebnisse eine Bestätigung der damaligen eigenen Ermittlungen. Das beträfe somit auch die verdächtigten Spiele in der Challenge League.

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