Fussball-WM
«Es war eine fantastische Zeit mit Höhen und Tiefen»

Nach dem Ausscheiden aus der Fussball-WM gegen Argentinien muss die Schweiz auch noch den Abgang von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld verkraften. Dieser trat vor der Abreise aus Brasilien in São Paulo nochmals vor die Medien.

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Ottmar Hitzfeld tritt in Brasilien ein letztes Mal vor die Medien

Keystone

Das unglückliche WM-Aus schmerzt, doch der Rücktritt von Trainer Ottmar Hitzfeld ist für den Schweizerischen Fußball-Verband (SFV) noch schlimmer. "Das ist leider Tag, an dem wir Abschied nehmen müssen", sagte SFV-Präsident Peter Gilliéron am Mittwoch: "Und der Abschied von Ottmar ist noch viel schmerzlicher als der von der WM."

Der 65-Jährige, der seine Karriere beenden wird, habe "ein Team geformt, seine Handschrift war sehr gut lesbar", sagte Gilliéron und erklärte mit direkter Ansprache an Hitzfeld: "Wir lassen Dich ungerne ziehen, aber es war Dein Wunsch und den respektieren wir selbstverständlich."

Zu früh für Glückwünsche

Hitzfeld bedankte sich "für das Vertrauen, vor allem, als es nach der verpassten EM 2012 Druck gab, mich abzuschiessen. Die sechs Jahre gingen unheimlich schnell vorbei, es war eine Zeit mit Höhen und Tiefen, aber es war eine fantastische Zeit".

In den ersten Stunden nach seinem Abschied als Trainer hat er bereits zahlreiche Grüße und Glückwünsche aus aller Welt erhalten, fühlt sich aber noch nicht in der Lage, sie anzuschauen. "Wenn man sie liest, kommen einem fast die Tränen. Deshalb möchte ich das mit mehr Abstand geniessen. Jetzt ist es noch zu emotional", sagte der 65-Jährige.

«Dann kann ich wenigstens jubeln»

Nach dem Ausscheiden mit der Schweizer Nationalmannschaft tippt Ottmar Hitzfeld auf Deutschland als Fußball-Weltmeister. "Ich bin halber Deutscher, also sage ich Deutschland", sagte er auf seiner Abschieds-Pressekonferenz am Mittwoch in São Paulo: "Dann kann ich zum Schluss wenigstens noch jubeln."

Allerdings erklärte Hitzfeld auch schmunzelnd: "Es wäre schön gewesen, irgendwann noch mal auf Deutschland zu treffen und Deutschland rauszuwerfen." Er werde, versprach Hitzfeld, die Schweizer Nationalmannschaft "weiter mit dem Herzen verfolgen".(sid/nch)