Nein, geglänzt hatte der FC Zürich an diesem milden Herbstabend im Letzigrund gegen Ludogorez Rasgrad nicht - aber gewonnen. Deswegen blieb es eine Randnotiz, dass er nicht zum ersten Mal in dieser Saison in der Offensive Mühe bekundete. "Wir hatten eine Chance und machten ein Tor", sagte Torschütze Victor Palsson und fasste damit die gut 90 Minuten treffend zusammen.

Die Protagonisten lobten in erster Linie neben der eigenen Effizienz das Abwehrverhalten, die grosse Stärke des FCZ in dieser Saison. "Die defensive Organisation war hervorragend", sagte Palsson, der den FCZ mit seinem Kopfballtor in der 84. Minute erlöste. Und Trainer Ludovic Magnin zeigte sich zufrieden, dass Ludogorez, das in den zuvor letzten sieben Spielen 22 Tore schoss, kaum etwas Konstruktives kreieren konnte. Die Umstellung von der Vierer- auf eine Dreierkette in der Abwehr funktionierte reibungslos. Was für den FCZ galt, galt auch für die brasilianisch geprägten Gäste aus Bulgaren: Gute Torchancen waren Fehlanzeige.

Nach zwei Spielen in der Europa League steht der FCZ zusammen mit Bayer Leverkusen ex-aequo an der Tabellenspitze. "Wir haben unseren Job getan", sagte Magnin. Nun folgen die beiden Duelle mit dem Bundesligisten, zwei Highlights für den FCZ in diesem Herbst. Magnin machte unmissverständlich klar, dass seine Mannschaft aber nicht als braver Aussenseiter dem langjährigen deutschen Spitzenteam begegnen wird. "Wir fahren nicht da hin wie bei einem Schulausflug, machen ein Foto vom Stadion und tauschen das Leibchen - bei einer solchen Einstellung fehlen am Ende ein paar Prozent."

Für den FCZ-Trainer, der selbst acht Jahre in Deutschland gespielt hat, geht es gegen Leverkusen um die ersten "Big Points", damit man die Konkurrenz weiter auf Distanz halten kann. "Im FCZ kann man rechnen. Gegen Larnaca müssen wir zuhause gewinnen, dann brauchen wir aus den anderen drei Partien noch ein bis zwei Punkte", so Magnin, der ausgebildeter Primarlehrer ist. Die Basis für einen erfolgreichen europäischen Herbst ist gelegt. "Aber es liegt noch ein sehr hartes Stück Arbeit vor uns, damit wir in der Europa League überwintern können."