Challenge League
Es bleibt beim 1:1 – Aarau nach Unentschieden gegen Winterthur weiterhin auf Rang 4

Die Aarauer können den Schwung aus dem Cup nicht mitnehmen und kommen nicht über ein 1:1 gegen die Gäste aus Winterthur hinaus. Dieser minimale Punktgewinn vor heimischem Publikum dürfte eine Enttäuschung sein.

Ruedi Kuhn
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 Patrick Rossini (Aarau) gegen Daniele Russo (Winterthur).
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 Patrick Rossini (Aarau) und Ivan Audio (Aarau) nach dem Tor zum 1:1.
 Trainer Marco Schaellibaum in der Mitte.
 Patrick Rossini (Aarau) gegen David Von Ballmoos (Winterthur).
FC Aarau - FC Winterthur
 Guillaume Katz (Winterthur) gegen Alessandro Ciarrocchi (Aarau).
 Denis Markaj (Aarau) gegen Manuel Sutter (Winterthur).
 Ivan Audino und Denis Markaj (Aarau) gegen Manuel Sutter (Winterthur)

Patrick Rossini (Aarau) gegen Daniele Russo (Winterthur).

Daniela Frutiger/freshfocus

Der dreijährige Leonardo und die anderthalbjährige Vittoria sind nicht zu halten. Sie wollen zu ihrem Papa. Möglichst schnell! Und ohne Rücksicht auf Verluste! Die zwei Kleinen wühlen sich durch die Menge, eilen an allen Sicherheitsleuten vorbei und erreichen das Spielfeld. Sie wollen die ersten Gratulanten sein. Ihr Papa ist nämlich Patrick Rossini. Und dieser Patrick Rossini hat endlich wieder einmal Grund zum Jubeln. Nach einem Freistoss von Sébastien Wüthrich und einem heillosen Durcheinander im Strafraum der Winterthurer fällt der Ball eine Viertelstunde vor Schluss direkt vor die Füsse von Rossini.

Und weil man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schaut, lässt sich der 28-jährige Mittelstürmer nicht zweimal bitten. Rossini trifft mit dem linken Fuss aus kurzer Distanz zum 1:1 in die Maschen. Kaum zu glauben: Es ist erst der dritte Saisontreffer des früheren Goalgetters. Rossini traf Ende Juli zum Saisonauftakt beim 1:1 gegen Chiasso. Und er traf am 21. September beim 4:1-Erfolg im Derby in Wohlen.

Der Rest der Saison war eine Mischung aus Ladehemmung und Verletzungspech. Der Rest war aber vor allem eines: Frust pur! Ein Tor als Befreiungsschlag für Rossini? Gut möglich! Zwar ist die Nummer 47 des FC Aarau wegen einer Zerrung im linken Oberschenkel nach wie vor nicht hundertprozentig fit, aber vielleicht ist das kleine Erfolgserlebnis ja Balsam auf die Wunden des Sorgenkindes. «Dieses Tor ist gut für mein Selbstvertrauen und meine Seele», sagt Rossini. «Aber viel wichtiger ist, dass ich dem FC Aarau helfen konnte. Nach drei Niederlagen in der Meisterschaft ist dieser Punktgewinn ganz wichtig für die Moral des Teams.»

Rossinis Ausgleichstreffer in der 76. Minute war allerdings erst der Auftakt zu einer hektischen, einer sehr hektischen Schlussphase. Nachdem im Brügglifeld lange Zeit nichts, aber auch gar nichts lief, lieferten sich die beiden Mannschaften vor 3780 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch. Es ging hin und her. Das 2:1 lag in der Luft. Auf beiden Seiten. Der FC Aarau powerte, der FC Winterthur konterte. FCA-Joker Zoran Josipovic verfehlte das Gehäuse zweimal nur ganz knapp. Auf der Gegenseite hatten Manuel Sutter und Luka Sliskovic den Siegestreffer auf dem Fuss. Beide scheiterten in bester Abschlussposition am reflexstarken Torhüter Lorenzo Bucchi.

Ausgerechnet Bucchi hielt also den Punktgewinn des FC Aarau fest. Der Mann also, der den einzigen Gegentreffer von Manuel Sutter nach gut einer Stunde auf seine Kappe nehmen musste. Logisch, dass der 32-jährige Torhüter des FC Aarau nach dem Abpfiff nicht so recht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. «Es ist ärgerlich», sagte Bucchi. «Das Gegentor war mein Fehler. Ich wollte den Ball festhalten, liess ihn aber fallen. Und schon lag er im Tor.» Dass Bucchi beim 0:1 schlecht aussah, schleckt keine Geiss weg. Aber mit Ausnahme des folgenschweren Aussetzers zeigte der Italiener eine Klassepartie.

Zwiespältig – trotz viel Moral

Was man vom FC Aarau nicht behaupten kann. Die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum zeigte zwar Moral und machte aus einem 0:1 mit viel Einsatz und Willensstärke ein 1:1. Vier Tage nach der starken Leistung im Cup-Achtelfinal gegen Lugano (2:0) hinterliess sie aber einen zwiespältigen Eindruck.

Immerhin: Dank des einen Zählers gegen Winterthur ist Rang vier in der Tabelle der Challenge League immer noch in Stein gemeisselt. Aber der Rückstand auf den Leader FC Zürich beträgt schon 14 Punkte. Und dieser FCZ ist am kommenden Sonntag um 15 Uhr im Letzigrund der nächste Gegner.

Viel wichtiger an diesem 6. November ist für den FC Aarau allerdings ein Termin neben dem grünen Rasen. Ab 18.15 Uhr ist für Trainer, Spieler, Funktionäre und Fans Hochspannung angesagt: Dann findet in der Sendung «Sportpanorama» auf SRF 2 nämlich die Auslosung für die Cup-Viertelfinals von Anfang März des nächsten Jahres statt. Wie wäre es mit dem SC Kriens aus der Promotion League als Gegner?

Telegramm:

FC Aarau - FC Winterthur 1:1 (0:0)

Brügglifeld. - 3'780 Zuschauer. - SR: Tschudi. - Tore: 64. M. Sutter 0:1. 76. Rossini 1:1.

Aarau: Bucchi; Martignoni, Thrier, Thaler, Markaj; Tréand, Jäckle, Burki (68. Rossini), Audino; Wüthrich (83. Da Silva); Ciarrocchi (68. Josipovic).

Winterthur: Von Ballmoos; Katz, Russo, Schättin; Di Gregorio, N. Sutter, Lanza (91. Nsiala), Radice; Dessarzin; Silvio, M. Sutter (82. Sliskovic).

Bemerkungen: Aarau ohne Besle (gesperrt), Peralta, Romano (beide verletzt), Hammerich und Hunn (beide nicht im Aufgebot). Winterthur ohni Avanzini, Kamber (beide gesperrt), Gazzetta, Krasniqi, Ljubicic, Mangold, Schuler (alle verletzt), Bünzli und Zimmerli (beide nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 85. Silvio, 89. N. Sutter (beide Foulspiel).

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: