Als am Freitagmorgen eine Rumpfmannschaft zu den Trainingsplätzen 19 und 20 radelt, fehlen sie alle: die Spieler, die gut 12 Stunden vorher den FC Zürich mit 3:1 in einem spektakulären Klassiker besiegten und den Einzug in den Halbfinal sicher stellten.

Oder zumindest fast alle: Mit Alexander Fransson, Davide Callà und Seydou Doumbia mussten die Einwechselspieler noch zu dieser eher lockeren Einheit antraben, die ansonsten nur für jene gedacht war, die gestern nicht eingesetzt wurden oder gar nicht erst im Aufgebot standen.

Bei den anderen Spielern stand am Freitag die Regeneration im Fokus. Courant normal nach einem Abendspiel. Und dennoch musste bei einem das Programm etwas angepasst werden: bei Marc Janko. Der Österreicher legte sich gestern in der 80. Minute auf den Rasen. Mit Verdacht auf Muskelfaserriss musste er ausgewechselt werden.

Entwarnung bei Janko

Doch schon am Freitag konnte Cheftrainer Urs Fischer Entwarnung geben: «Marc geht es den Umständen entsprechend gut. Es sieht nicht gravierend aus.» Und dennoch: Für das Wochenende muss der Torschütze zum 1:1 passen. Nachdem Janko nun zwei Mal in Folge in der Startelf gestanden hat, hätte er aber wohl sowieso eine Pause bekommen. So will es das Rotationsprinzip Fischers auf der Stürmerposition.

Janko wird aber nicht der Einzige sein, der sich die Schuhe am Sonntag nicht wird schnüren müssen - oder dürfen. Denn das Spiel gegen Vaduz ist, so sagt es Fischer selber, auch eines, in dem «der Eine oder Andere eine Chance bekommen soll.» Auch, weil die Cup-Partie mental in etwa so anspruchsvoll war, wie eine in der Champions League. Der beste Beweis dafür war Fischers Geständnis, dass er für einmal nicht so gut eingeschlafen ist. Normalerweise bekundet er nach Spielen keine Probleme damit.

Vailati in die U21

Weitere Kandidaten für eine Pause - neben Janko - sind beispielweise auch Dauerläufer und gestrige Torschütze zum 3:1, Renato Steffen, Manuel Akanji, der nach seiner langen Verletzungsabwesenheit nicht überstrapaziert werden soll, oder erneut der Captain, Matías Delgado. Fischer nahm ihn gestern nach 60 Minuten vom Platz. Was wie eine Reaktion auf die rote Karte gegen Taulant Xhaka ausgesehen hatte, war von Anfang an so geplant gewesen. Delgado musste zuvor zwei Spiele zuschauen und wirkte gestern noch nicht ganz fit.

Noch nicht ganz fit, das trifft auch auf Germano Vailati zu. Der Platz auf der Bank im Spiel gegen Vaduz vom Sonntag muss er erneut Djordje Nikolic überlassen. Vailati hingegen soll in der U21 zum Einsatz kommen, «weil er jetzt doch schon länger kein Spiel mehr gemacht hat», wie Fischer ausführt.

Bua fällt aus

Die bitterste Nachricht, oder viel eher die brutale Gewissheit, liefert Fischer zur Personalie Kevin Bua. Nachdem sich der 23-Jährige am Dienstag ohne Fremdeinwirkung am linken Knie verletzt hatte, stand ein Befund bis am Freitag aus. Jetzt ist klar: er hat sich das Seitenband gerissen und fällt bis auf Weiteres aus.

Es ist nach seiner Knieoperation im Juni und dem Muskelfaserriss im Oktober die dritte Verletzung innert kurzer Zeit. Bua sei vom Pech verfolgt, wie Fischer sagt, aber: «Kevin ist auch ein Stehaufmännchen. Er denkt bereits an sein Comeback.»