EM-Quali

EM-Qualifikation: Die Schweiz erfüllt beim 4:0 gegen Gibraltar die Pflicht – mehr nicht

Wie hat die Schweiz das enttäuschende 1:1 in Irland verdaut? Nach dem mühsamen 4:0-Pflichtsieg gegen Gibraltar heisst die Antwort: Erst ein bisschen. Zakaria, Mehmedi, Rodriguez und Gavranovic schiessen die Tore. Weil Konkurrent Dänemark in Georgien patzt, ist es ein erfreulicher Abend.

Am Ende steht es 4:0. Die Pflicht ist erfüllt. Mehr oder weniger souverän. Die Schweiz gewinnt gegen Gibraltar drei Punkte. Das ist es, was primär zählt an diesem frühherbstlichen Sonntag in Sion. Und weil Dänemark in Georgien nur 0:0 spielt, ist es plötzlich gar ein erfreulicher Abend geworden.

Die Frage war auch: Wie viel Frust steckt nach dem enttäuschenden 1:1 in Irland noch in den Schweizer Köpfen. Ziemlich viel. Jedenfalls deutete der laue Beginn darauf hin. Petkovics Team agierte in der ersten halben Stunde behäbig. Ohne Tempo, ohne Präzision. Und wenn sich dann doch einmal eine aussichtsreiche Situation ergab, auch ohne Effizienz. Edimilson Fernandes sei an erster Stelle erwähnt. Dreimal verpasste der ehemalige Sion-Junior das Tor fahrlässig. Er trübte damit seinen beschwingten Eindruck, den er sonst hinterliess. Einmal traf Benito noch die Latte, aber sonst? Das Warten auf das erste Tor verkam bald einmal zur Qual.

Eines ist den Schweizern immerhin anzurechnen: Sie verloren nicht die Geduld und die Konzentration, solange es 0:0 stand. Auch wenn der Gegner aus Gibraltar schlicht überfordert war und es deswegen nie nach einem echten Fussballspiel aussah. Die Belohnung in Form von drei Treffern folgte dann zwischen der 37. und 45. Minute. Zakaria und Mehmedi trafen per Kopf. Rodriguez per sattem Schuss.

Ricardo Rodriguez (M.) erzielt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das 3:0.

Ricardo Rodriguez (M.) erzielt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das 3:0.

Wer nun aber ein wenig euphorisiert gar ein Schützenfest erwartete, wurde in der zweiten Halbzeit ziemlich enttäuscht. Die Schweizer liessen es wieder nach, die Chancen wurden wieder weniger. Und darum war es nur halbwegs überraschend, dass nur noch ein Tor dazu kam. Gavranonic schoss es kurz vor Schluss. Ansonsten sorgte noch am ehesten Debütant Ruben Vargas für etwas Tempo. Dieser deutete sein grosses Potenzial mehrfach an.

Captain Granit Xhaka musste derweil nach 72 Minuten ausgewechselt werden. Er spürte nach einem Foul Schmerzen im Fuss. Bleibt zu hoffen, dass er sich nicht ernsthaft verletzt hat.

Weil Dänemark zeitgleich in Georgien nicht gewann, sieht die Tabelle in der Gruppe D aus Schweizer Sicht erfreulicher aus als auch schon. Irland bleibt mit 11 Punkten an der Spitze, dahinter Dänemark mit 9 Zählern und die Schweiz mit 8 - wobei das Team von Vladimir Petkovic ein Spiel weniger bestritten hat als die Hauptkonkurrenten um die zwei EM-Fixplätze.

Haben Sie das Spiel verpasst? Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

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