Die besten Karten im Dreikampf um das zweite Achtelfinal-Ticket besitzt die Elfenbeinküste. Die Ivorer haben es als einzige Mannschaft in eigenen Händen, ihr Ziel zu erreichen. Gewinnen sie heute Dienstagabend in Fortaleza gegen Griechenland, stehen sie ungeachtet dem Ergebnis der gleichzeitig in Cuiaba laufenden Partie Japan - Kolumbien in der nächsten Runde. Die Griechen müssten bei einem Sieg darauf hoffen, dass Japan sein Spiel nicht gewinnt. Sollten die Asiaten siegreich bleiben, würde es kompliziert. Aber es bräuchte in jedem Fall die Hilfe der Griechen.

Griechenland und die Elfenbeinküste stehen beide zum dritten Mal an einer WM-Endrunde im Einsatz. Sie schafften es bisher noch nie in die Achtelfinals. Zumindest zwei der Ivorer durchleben aber derzeit schwierige Tage. Yaya und Kolo Touré wurden nach der 1:2-Niederlage gegen Kolumbien über den Tod ihres 28-jährigen Bruders informiert, der in Manchester einem Krebsleiden erlag. Das Angebot ihres Verbandes, nach England zu reisen, nahmen die beiden aber nicht an. Im Sinne von Ibrahim, der ebenfalls Fussball-Profi war, wollen sie die WM zu Ende spielen.

Höchstwahrscheinlich werden die beiden Brüder erstmals an dieser WM zusammen in der Startelf auflaufen. Yaya Touré (31), der Spielmacher des englischen Meisters Manchester City, ist ohnehin gesetzt. Und Kolo Touré (33), Verteidiger vom FC Liverpool, dürfte sein Debüt geben, weil Didier Zokora nach zwei Gelben Karten gesperrt fehlt. Im Sturm stellt sich erneut die Frage, ob Didier Drogba von Beginn an spielt. In den ersten beiden Spielen griff der Starspieler erst nach jeweils einer Stunde ins Geschehen ein.

Die Griechen müssen ihre chronischen Probleme vor dem Tor in den Griff kriegen, um die drohende Abreise noch abzuwenden. In allen ihren bisherigen acht Endrundenspielen haben sie ganze zwei Tore zustande gebracht, an der aktuellen WM trafen sie noch nie. Dem 0:3 gegen Kolumbien folgte ein 0:0 gegen Japan. Sie müssen ihren gesperrten Captain, den 34-jährigen Konstantinos Katsouranis, ersetzen. Dies soll der noch etwas ältere Georgios Karagounis (37) tun.

Kolumbien reicht in jedem Fall ein Punkt, um sich den Gruppensieg zu sichern. Trainer José Pekerman trägt sich mit dem Gedanken, einige Akteure für den Achtelfinal zu schonen. Und vielleicht nutzt er auch die Gelegenheit, Goalie Faryd Mondragon zu einem Rekord zu verhelfen. Der würde drei Tage nach seinem 43. Geburtstag zum ältesten Spieler der WM-Geschichte. Die Bestmarke hält noch immer Kameruns Roger Milla, der 1994 als 42-Jähriger über den Rasen huschte.

Die Teams aus Asien sind an der laufenden WM noch ohne Sieg. Japan würde diesen Missstand gegen Kolumbien gerne beheben, doch aufgrund der bisher gezeigten Leistungen zeichnet sich ab, dass die Aufgabe schwer wird. Gegen die Elfenbeinküste verlor Japan 1:2, gegen Griechenland folgte danach ein 0:0. In diesem Match konnten die Japaner ab der 38. Minute in Überzahl spielen, doch Tore fielen keine. Auch mit Shinji Kagawa von Manchester United, der erst nach knapp einer Stunde eingewechselt worden war, trat keine Besserung ein.