Schweizer Cup
Ein Wohler Abend voller Mut und Unmut

Nach der 0:1-Niederlage zeigen sich die Freiämter enttäuscht, aber stolz auf das Gezeigte gegen den Super-League-Vertreter aus Zürich. Nur von einem erwartet Wohlen ein wenig mehr Mut.

Calvin Stettler
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Nico Abegglen (Mitte), Samir Ramizi (rechts) und der FC Wohlen konnten sich selten gegen die FCZ-Abwehr (Philippe Koch) durchsetzen.

Nico Abegglen (Mitte), Samir Ramizi (rechts) und der FC Wohlen konnten sich selten gegen die FCZ-Abwehr (Philippe Koch) durchsetzen.

Keystone

FCZ-Trainer Sami Hyypiä durchquert mit lockerem Schritt die Begegnungszone mit den Journalisten im Bauch des Stadion Niedermatten. Mit den Händen in den Hosentaschen resümiert der ruhige Finne seinen ersten Sieg als Cheftrainer in der Schweiz. Hyypiä spricht von einer schwierigen Partie gegen einen mutigen Gegner. «Für Wohlen war das heute ein Endspiel», weiss der ehemalige Liverpool-Verteidiger.

Nichtsdestotrotz liess sich der Super-League-Vertreter nicht aus dem Konzept bringen. Konzentration und Geduld habe Hyypiä im Vorfeld gefordert. «In diesen Punkten kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen.» Doch der Zürcher Coach schiebt nach, dass die FCZ-Effizienz steigerungsbedarf habe. «Hätten wir unsere Chancen in Halbzeit eins verwertet, wäre die Sache bereits dann klar gewesen.»

Der eine Knackpunkt

Ein Chancenplus kann man den Zürchern gewiss nicht absprechen. Hyypiäs Worte kaschieren allerdings ein wenig den mutigen Auftritt der Gastgeber. Die Freiämter kombinierten sich phasenweise ansehnlich durch das Zürcher Mittelfeld. Das schwungvolle Umschaltspiel funktionierte. Nur sollte sich der berühmt berüchtigte letzte Pass an diesem Samstagabend als grösster Knackpunkt erweisen. Bis zum Strafraum rollten die Wohler Angriffe, doch im Renkontre mit der robusten FCZ-Abwehr zogen die physisch unterlegenen Freiämter jeweils den Kürzeren.

Fehlenden Mut konnte man in diesem Cup-Knaller nur jemandem vorwerfen: Fedayi San. Der Schiedsrichter urteilte in strittigen Szenen meist gegen den Unterklassigen aus dem Aargau. Als Beispiel dient jene heikle Szene kurz vor der Pause: Wohlens Nico Abegglen wird durch einen weiten Pass in Szene gesetzt. Céderic Brunner verfolgt den Stürmer und zupft vor der Strafraumgrenze erstmals an Abegglens Trikot.

Im Strafraum fällt Abegglen. Eine Szene, die mit einer roten Karte und einem Freistoss aus verheissungsvoller Position hätte geahndet werden sollen. Doch der Unparteiische interveniert nicht.

Selbstvertrauen nimmt keinen Schaden

«Wäre die gleiche Szene in einem Meisterschaftsspiel vorgekommen, hätte der Schiedsrichter reagiert», glaubt FCW-Torwart Tahiraj. Für den designierten Zweittorwart im Freiamt erwies sich dieser Cup-Abend als undankbar. Zwar zauberte Tahiraj mehrmals als er seine Equipe mit magistralen Paraden im Spiel hält, doch schlussendlich steht der Arrivierte dennoch nur mit leeren Händen da.

Tahiraj verweist enttäuscht auf die Floskel, dass im Cup nur der Sieg zähle. Der FC Wohlen setzt damit seine unglückliche Serie im Cup-Achtelfinale fort, und scheidet auch im fünften Anlauf in den vergangenen sechs Jahren gegen einen Super-League-Vertreter knapp aus. «Am Selbstvertrauen zerrt diese Niederlage nicht», versichert Wohlens Mittelfeldspieler Joël Geissmann. Vielmehr habe man heute wieder einmal beweisen können, welche Qualität in dieser Mannschaft schlummert.

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